15.12.2022

Klimaschutzgesetz der Söder-Regierung "außen hui, innen pfui"

Da kann alles auf dem Kopf stehen, aber Bayern bringt keinen Klimaschutz zustande. Das Bundesverfassungsgericht verlangte nachbessern. Söder hat eine Generalrenovierung angekündigt. Nichts ist dabei herausgekommen.

Mit dem neuen Klimaschutzgesetz entpuppt sich Söder wieder einmal als Bayerns oberster Versprechen-Brecher. 2020 wurde die erste Version des Klimagesetzes als bestes deutsches Klimagesetz gepriesen. 2021 musste nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts bereits eine Generalsanierung des Gesetzes angekündigt werden. Und diese Woche wurde nun die neue Version des Klimagesetzes im Landtag verabschiedet. Mit weiterhin erheblichen und massiven Mängeln. Der Klimaschutz in Bayern steht nach wie vor ohne Fundament da.  

"Da steckt überhaupt nichts drin"

Bayern ist zuständig für Wärme, Landesplanung und Kommunalrecht. Bei diesen zentralen Punkten finden sich keinerlei konkrete Maßnahmen im neuen Gesetz. Projekte wie die Klimalotsen oder das Solarkataster, mithilfe dessen Hauseigentümer*innen die Eignung ihrer Dächer für die Gewinnung von Sonnenenergie ermittelt können, wurden trotz Ankündigung wieder verworfen und sind nicht im Gesetz enthalten. Kommunen werden bei wichtigen Projekten wie der Wärmewende, oder der Erstellung von Hitzeaktionsplänen weiterhin allein gelassen.

"Mittlerweile sind mehr Minister ausgetauscht worden, als PV-Anlagen auf Dächern staatseigener Gebäude installiert wurden".

Eine Solarpflicht - ebenfalls groß angekündigt – wurde nur im Gewerbebereich und nicht für alle Neubauten eingeführt. Die Ankündigung, dass Moore renaturiert werden sollen, stellt sich bei genauerer Betrachtung ebenfalls als eine Enttäuschung heraus, denn die Renaturierung findet derzeit im Schneckentempo statt. So dauert es 260 Jahre bis allein alle möglichen Flächen im Besitz des Freistaates wiedervernässt sind. Übrig bleibt somit ein Gesetz samt Begleitprogramm, dass nahezu wirkungslos ist und den Ansprüchen und Ankündigungen in keiner Weise gerecht wird.  

Mit unserem grünen Gesetzentwurf, sowie zehn Änderungsanträgen zum Gesetz der Staatsregierung zeigen wir wie ein wirksames Klimagesetz aussehen kann. Ein Klimagesetz, dass echte Kontrolle durch ein unabhängiges Gremium vorsieht. Ein Gesetz mit dem den Menschen und Kommunen vor Ort beim Klimaschutz und der Klimaanpassung unterstützt werden.

Dafür müssen Kommunen finanziell besser gefördert werden, indem Klimaschutz zur kommunalen Pflichtaufgabe wird. Die Wärmeversorgung der Zukunft muss durch kommunale Wärmepläne in die Wege geleitet werden. Eine intelligente, digital vernetzte Mobilitätswende muss angepackt werden, statt den Bau neuer Straßen immer weiter voranzutreiben. Und die Renaturierung der Moore muss mit einem verbindlichen Umsetzungs- und Finanzierungsplan hinterlegt werden.  

"Wenn Sie null Maßnahmen machen, wenn Sie nichts vorschreiben, dann wird am Schluss auch nichts dabei herauskommen."

Nur wenn endlich wirksame Maßnahmen statt leerer Ankündigungen umgesetzt werden, kann das Ziel Bayern bis 2040 klimaneutral zu machen erreicht werden.

Weitere Infos:

20.01.2023: Energiewende – das nächste Level
20.01.2023: 7- Punkte für die Bürgerenergie in Bayern – eine Energiewende mit allen für alle
03.01.2023: Klimaschutz in den Kommunen bekommt neue Förderung
16.12.2022: Vorsorge für einen vielleicht schwierigen Winter
15.12.2022: Klimaschutzgesetz der Söder-Regierung "außen hui, innen pfui"
13.12.2022: Klimaschutzgesetz: Bayern kann soviel mehr Herr Söder
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07.12.2022: Antrag: Freiflächen-Photovoltaik in Landschaftsschutzgebieten mit Naturschutz vereinen und ermöglichen
23.11.2022: Dringlichkeitsantrag: Sofortprogramm Klimaschutz – Handlungsauftrag der Klimakonferenz in Taten umsetzen
11.11.2022: Klimagesetz der Staatsregierung ist ambitionslos, unverbindlich und verantwortungslos
30.09.2022: Neues Bayerisches Klimagesetz fällt bei Experten durch
07.07.2022: Wieder nur viele Ankündigungen und wenig Verbindliches im neuen Klimagesetz

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