Vor 10 Jahren hat Karin Brenner begonnen ihren Garten umzugestalten. Die Wohnsiedlung in Oberdachstetten aus den 80er Jahren ist mit ihren Einfamilienhäusern plus Garten typisch für unsere Region. Heute sticht der Garten von Karin Brenner in der Wohnsiedlung deutlich heraus. Das Motto des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ wird hier in die Tat umgesetzt. Das habe ich zum Anlass genommen, den Garten von Karin Brenner zu besuchen.
Was ist in ihrem Garten in den letzten 10 Jahren passiert?
Karin Brenner, die seit einigen Jahren in KiTas und Schulen, das „Klassenzimmer Natur“ (Bund Naturschutz) anbietet, hat ihren Garten ökologisch aufgewertet und für die Natur viel Platz geschaffen. Es entstanden ein Magerrasen, Totholzhaufen, Steinpyramiden, Wildsträucherhecken, ein kleiner Gartenteich, ein sogenanntes Sandarium und vieles mehr.
Was nach viel Arbeit klingt, ist in Wirklichkeit eine Arbeitserleichterung. Alles Material bleibt im Garten, Transporte zum Wertstoffhof oder Osterfeuer entfallen. Der Magerrasen braucht keinen Rasenmäher, blüht dafür umso reichlicher, das Laub bleibt liegen, verblühte Stauden bleiben bis zum Frühjahr stehen.
Eidechsen, Wildbienen und Käfer fühlen sich wohl
Ich bin begeistert von der Vielfalt im Garten. Mit wenig Aufwand kann jeder in seinem Garten Nischen für Eidechsen, Wildbienen und Käfer schaffen. Der Garten von Frau Brenner ist das Paradebeispiel dafür. Sogar jetzt im Winter erwarten einen im Garten viele Überraschungen.
Gabriele Müllender, Kreisrätin aus Rothenburg, ist von den bienenfreundlichen Wildrosen und den historischen Rosen begeistert. Auch hier stellt Karin Brenner klar, dass gerade Rosen sehr niedrige Ansprüche haben und praktisch überall gedeihen. „Wichtig ist jedoch Wildsorten auszuwählen. Gefüllte Züchtungen sind zwar schön anzusehen, aber für Bienen und Schmetterlinge als Nahrungsquelle wertlos“, so Brenner.
Karin Brenner, hat ihren Hortus* stolz den Namen "Romanticus" gegeben. Sie zeigt uns, welch großes Potenzial unsere Hausgärten haben.
Es wird Zeit für naturnahe Gärten
In den letzten Jahren konnten wir in vielen Neubausiedlungen einen "Wettlauf um den saubersten Garten" erleben. Es wird Zeit zu naturnahen Gärten mit Raum und Platz für Hummeln und Igel zurückzukommen.
Volkbegehren "Rettet die Bienen"
In wenigen Tagen startet das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Die Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz sind dringend nötig, um den Artenschwund zu stoppen.
Neben der wichtigen Unterschrift im jeweiligen Rathaus können gerade die Gartenbesitzer auch im eigenen Grundstück viel zur Artenvielfalt beitragen. Die Hortus Gärten* in unserem Landkreis sind ein Beispiel für perfekten Artenschutz vor der Haustüre.
*Hortus (lateinisch für Garten). Das Hortus-Netzwerk ist ein loser Verbund interessierter Gärtner*innen. Ökologisches Verständnis und Achtung des Lebens sind Ziel und Grundlage.