Unseren Altmühlsee schützen – mit nachhaltiger Landwirtschaft

Am 29. Juli haben wir am Altmühlsee mit Expert*innen beraten und festgestellt: Absaugungen im See helfen nur kurzfristig – wir müssen auf den Feldern Maßnahmen wie Vertragsnaturschutz und Agroforst setzen, um die Nährstoffzufuhr langfristig zu stoppen.

Bildquelle: Oliver Rühl

Ich freue mich, Ihnen heute einen Rückblick auf unseren Informationstermin am Altmühlsee geben zu können, zu dem mein Kollege Patrick Friedl und ich am Dienstag, den 29. Juli, eingeladen hatten. Unter einem strahlend blauen Himmel versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wasserwirtschaft, Naturschutzverbänden, Landwirtschaft, Tourismus und kommunalen Institutionen auf der Vogelinsel, um gemeinsam Lösungsansätze gegen die zunehmende Blaualgenbelastung zu erarbeiten.

In den vergangenen vierzig Jahren ist die Wassertemperatur des Sees um etwa vier Grad gestiegen, eine Entwicklung, die das Wachstum der Cyanobakterien geradezu befeuert. An dieser Stelle dürfen wir nicht länger nur Symptombekämpfung betreiben. Absaugungen und Uferbegrünungen sind notwendige Sofortmaßnahmen, reichen aber nicht aus. Mein zentrales Anliegen lautet deshalb: Wir müssen die Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft konsequent reduzieren.

Leider sind die bisherigen Fördermittel des Landtags fast ausschließlich für Maßnahmen im See selbst vorgesehen. Das greift zu kurz, denn die entscheidenden Hebel liegen im großen Einzugsgebiet. Ackerflächen in erosionsgefährdeten Bereichen müssen in Wiesen überführt werden, um zu vermeiden, dass Starkregen enorme Mengen an Sedimenten und Nährstoffen in den See schwemmen. Gleichzeitig braucht es eine deutliche Ausweitung der Vertragsnaturschutzmaßnahmen sowie gezielte Unterstützung von Agroforstsystemen – nur so können wir langfristig die Überdüngung verringern.

Landrat Manuel Westphal verwies in seinen Ausführungen auf das Landkreis-Projekt „Klimaresilienz in Altmühlfranken“ mit dem das Ziel “integriertes Wassermanagementkonzept” erreicht werden soll. Kern des Projektes sind fünf Säulen, mit denen der Landschaftswasserhaushalt verbessert werden soll und die sich auch positiv auf die Wasserqualität im Allgemeinen auswirken sollen. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sind alle Akteure bemüht, die Situation rund um die Badegewässerqualität zu verbessern. Die Aktivitäten der vergangenen Monate und Jahre zeigen dies eindrücklich – alle ziehen an einem Strang!  

Ein weiterer wichtiger Punkt war das Gänsemanagement. Dr. Norbert Schäffer vom Landesbund für Vogelschutz wies darauf hin, dass Gänse maximal zehn Prozent des Phosphoreintrags verursachen. Damit rückt die Landwirtschaft noch stärker in den Fokus: Wir müssen klare Anreize für nachhaltige Bewirtschaftung schaffen und den bäuerlichen Familien zugleich wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.

Helga Pfitzinger-Schiele, stellvertretende Behördenleiterin des Wasserwirtschaftsamts Ansbach, skizzierte die Bandbreite laufender Projekte, von Teichrosenbepflanzungen über digitales Monitoring bis hin zu Fachveranstaltungen zur Entwicklung der Region. Besonders begrüße ich, dass hier Wasserwirtschaft und Tourismus Hand in Hand gehen, um wirtschaftliche Interessen mit ökologischer Verantwortung zu verbinden.

Abschließend möchte ich betonen, wie essenziell der Erhalt der Wasserqualität für unsere Region ist. Die IHK und der Zweckverband Altmühlsee haben uns eindringlich vor Augen geführt, dass jeder weitere Skandal um Blaualgen das Vertrauen der Gäste erschüttert und Arbeitsplätze gefährdet. Die Beteiligung am Tauchwand-Projekt des Wasserwirtschaftsamts ist ein wichtiger Schritt – doch ohne konsequente Ursachenbekämpfung im Umland riskieren wir, dass sich die Probleme immer wiederholen.

Für mich steht fest: Wir müssen jetzt entschlossener handeln denn je. Politik, Verwaltung, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft sind gefordert, ihre Kräfte zu bündeln und eine nachhaltige Strategie umzusetzen. Nur so bleibt der Altmühlsee ein lebendiges Natur- und Erholungsgebiet, für die Menschen vor Ort ebenso wie für alle, die unsere schöne Region besuchen.


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