08.10.2014

Nitrat im Grundwasser

In Westmittelfranken sind die Werte für Nitrat und Pflanzenschutzmittel im Grundwasser bedenklich hoch. Die Antwort der Staatsregierung vom 10. September 2014.

Pressemitteilung

 

Mittelfranken. In Westmittelfranken sind die Werte für Nitrat und Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser bedenklich hoch. Die Antwort der Staatsregierung vom 10. September 2014 auf die Anfrage von Stümpfig zeigt das Problem deutlich. Als regionaler Landtagsabgeordneter sehe ich es als dringliche Aufgabe, dass diese Probleme angegangen werden, so Stümpfig.

Der Schutz unseres Trinkwassers ist von elementarer Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung. Eine Risikoanalyse für den Zeitraum 2016 bis 2021 zeigt, dass die Staatsregierung es für unwahrscheinlich hält das Ziel zu erreichen, die Nitratwerte im Trinkwasser unter den Messwert von 50 Milligramm pro Liter zu senken. Dieser Wert wurde in Westmittelfranken an mehr als jeder fünften Messstelle überschritten. Eine Überschreitung der Grenzwerte ist nahezu in unserer ganzen Region zu befürchten, so Stümpfig. Dies ist deutlich zu sehen an der Grafik auf Seite 3 der Anfrage.  Eine Studie des Landesamtes für Umwelt besagt einen Anstieg der Messwertüberschreitungen auf 40 % aller Messstellen innerhalb von 6 Jahren. Zusätzlich gibt es bei diversen Brunnen Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln.

Damit entfernt sich die Trinkwasserqualität immer mehr von den Zielen eines guten Zustands des Grundwassers.

Die technischen Stadtwerkeleiter aus unserer Region und unsere Fernwasserversorger Reckenberg Gruppe und Fernwasserversorgung Franken hat Stümpfig angeschrieben, um diese Informationen direkt weiterzugeben. Zum zweiten wurden von ihm an die Leiter der Stadtwerke und der Fernwasserversorgungen Fragen gestellt nach bereits installierten Reinigungsanlagen (damit Grenzwerte eingehalten werden können), nach Abschätzung der zukünftigen Entwicklung im Bereich Nitrat und Pflanzenschutzmitteln und nach Maßnahmen zur Erreichung der Zielsetzungen (Wasserschutzgebiete...). 

Das Thema wird uns in unserer Region in Zukunft stark beschäftigen. Es gilt jetzt die richtigen Weichen zu stellen für einen umfassenden Grundwasserschutz und für eine umweltverträgliche Landwirtschaft. 

Unsere Forderungen: 

  • Mehr Ökolandbau in Gebieten mit Nitratbelastung im Grundwasser
  • Längere Sperrfristen für die Düngung im Ackerbau im Winterhalbjahr
  • Hoftorbilanzen
  • Einbeziehung jeglicher Nitratdüngung (also Biogassubstrat und Mineraldüngung) in die Düngebilanzen und Reduzierung des Stickstoffüberschusses
  • Tierhaltung muss an die Fläche angepasst werden, keine Tierhaltung ohne ausreichende Futterflächen
  • Verpflichtende Gewässerrandstreifen ohne Ackernutzung
  • Verlustarme Düngetechniken
  • Wirksame Greening-Maßnahmen (keine Düngung!) in Bereichen mit belastetem Grundwasser
  • Winterbegrünung muss gute fachliche Praxis werden

 



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