10 Trinkwasserbrunnen wurden im Landkreis Ansbach geschlossen
Im Landkreis Ansbach wurden in den letzten 20 Jahren 10 Wassergewinnungsanlagen geschlossen und nur zwei eröffnet, wie eine Anfrage ergab. Angesichts der anhaltenden Niedrigwasser- und Dürresituation ist diese Entwicklung besonders dramatisch. Unser Trinkwasser, unser Grundwasser und unsere Flüsse und Seen müssen besser geschützt werden. Und mehr Wasser muss vor Ort versickern können.
Die Lage ist ernst: Nach dem aktuellen Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamts für Umwelt vom 23.10.26 weisen 82 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und 79 Prozent der tieferen Grundwassermessstellen in Bayern niedrige Wasserstände auf. Der Trend über die letzten Jahre zeigt die negative Entwicklung.
82 % der Messstellen in Bayern haben noch im Oktober niedrige Grundwasserstände. Das hatten wir noch nie. Und die Situation hat sich gegenüber August nicht verbessert, sondern sogar noch verschlechtert. Viele Grundwassermesstellen weisen negative Rekorde auf. Vor diesem Hintergrund ist es aus meiner Sicht nicht mehr akzeptabel, dass wir in vielen Landkreisen Trinkwassergewinnungsanlagen geschlossen haben. Im Landkreis Ansbach wurden z.B. 10 Trinkwassergewinnungsanlagen geschlossen. In Greiselbach wurde ein sehr guter Brunnen geschlossen, da die Kosten für die Kontrolle relativ hoch waren und das Versorgungsgebiet relativ klein war. Ich hatte mich hier 2018 vergebens für den Erhalt eingesetzt. In Flachslanden wurde ein Brunnen geschlossen, da er zu hohe Pestizid-Rückstände aufwies. Bei vielen Brunnen waren es Nitratprobleme. Und hier nimmt die Belastung unserer Brunnen immer weiter zu, anstatt abzunehmen. Schon in den Jahren 2018 bis 2020 lagen an 42 Messstellen die Überschreitungen mit durchschnittlich 59,1 mg/l deutlich zu hoch. Drei Jahre später überschritten bereits 98 Messstellen den Grenzwert von 37,5 mg/l – mit im Schnitt sogar 68,6 mg/l. Das bedeutet eine Verschlechterung um rund 16 Prozent in nur drei Jahren, wie meine letzten Anfragen an das Umweltministerium ergaben.
Die Staatsregierung hat auf meine aktuelle Nachfrage zu Maßnahmen den Ball an die Kommunen weitergereicht. Die Kommunen sind zuständig und müssen die Wasserversorgung sicherstellen, so die Staatsregierung. Da macht es sich die Staatsregierung schon sehr einfach.
Die Staatsregierung muss endlich handeln. Wir brauchen einen besseren Schutz unserer Trinkwasserbrunnen, mehr Wasserschutzgebiete und eine Kampagne für sparsameren Umgang mit Wasser. Kein Brunnen darf mehr geschlossen werden und alte Brunnen sollen wieder in Betrieb genommen werden. Das Beispiel der Stadtwerke Hersbruck mit der Wiederinbetriebnahme von drei Brunnen ist da ermutigend.
Denn aus den bestehenden Brunnen können wir nicht noch mehr Wasser entnehmen. Die angespannte Lage zeigt der Ellenbach bei Königshofen. Er wäre komplett trocken ohne Wasserzuleitung der Reckenberg-Gruppe, die einen relevanten Anteil des gewonnenen Wassers in den Bach leitet. Und auch der Donau-Raum, woher wir den Großteil unseres Wassers beziehen, hat dieses Jahr so niedrige Grundwasserstände wie noch nie. Mit meiner Fraktion habe ich deshalb einen 10 Punkte-Plan für einen besseren Wasserschutz erarbeitet
Zur Anfrage und zum Brief an das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.




