Dies war laut epd auch eine Botschaft der im November in Nürnberg abgehaltenen „Tage für Migration“ des BAMF: Migration macht auf bereits bestehende Probleme aufmerksam - auf grundsätzlich schlechte finanzielle Ausstattung der Kommunen und auf eine hohe Bürokratie. Oft verweisen Bürgermeister*innen auf die ständig steigenden Sozialausgaben, die zu einem erheblichen Teil auf Zuwanderung zurückzuführen seien.
Dabei ist ein Beweis für den Erfolg der Integration die Beschäftigung von geflüchteten Menschen. Laut einer Pressemitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegt eine im August veröffentlichte Studie des IAB, dass sich die Beschäftigungsquote der 2015 zugezogenen Geflüchteten im Jahr 2024 auf 64 % belief und sich damit an das durchschnittliche Niveau in der Gesamtbevölkerung von 70 % deutlich angenähert hat. Dies hat auch ein Vortrag von Dr. Schmitz, Agentur für Arbeit, Nürnberg, im November in der Landtagsfraktion bestätigt.
Dass Migration höhere Kosten verursacht, ist klar, aber dass der Staat letztlich von Zuwanderung profitiert, beweist eine Studie des Wirtschaftsweisen Martin Werding für den Mediendienst Integration, wie das Handelsblatt im Juniberichtete: Die positiven Auswirkungen der Migration überwiegen. Der zentrale Befund: „Wenn jedes Jahr 200.000 Menschen mehr nach Deutschland ziehen, spart der Staat auf Dauer rund 104 Milliarden Euro im Jahr“. Das Hauptproblem ist also nicht die Zuwanderung, sondern die Tatsache, dass der Staat insgesamt mehr ausgibt, als er einnimmt – vor allem wegen der alternden Gesellschaft. Die Studie kann hier abgerufen werden.
Vor dem Hintergrund der oben geschilderten Ergebnisse ist mir schleierhaft, warum unser Ministerpräsident Söder 2026 eine Abschiebeoffensive will, dass aber jeder, der hier arbeiten möchte, eine Chance bekommen soll und dies sogar erleichtert werden soll. Jedoch sprechen die jüngsten Abschiebungen auch aus meiner Region z.T. eine andere Sprache: Alleinerziehende Mütter mit Kindern, die z.T. hier geboren sind, Familien, Menschen mit Zusagen für Ausbildungsplätze in der Pflege…Das legt den Verdacht nahe, dass hier lediglich rechte Forderungen erfüllt werden sollen. Insgesamt geht dieser Schuss nach hinten los, gerade bei den geforderten Abschiebungen nach Syrien – Teile des Landes sind für Rückkehrende nicht sicher. Dies ist zynisch und für die Betroffenen ohnehin eine Katastrophe.
Auch angesichts der deutlich zurückgegangenen Asylbewerber*innenzahlen in Bayern - die Zahlen haben sich im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres mehr als halbiert (Bericht des BR vom 15.10.2025 und ganz aktuell vom 18.12.2025) - ist dies nur Symbolpolitik.
Was können wir also tun? Wir müssen uns an den Fakten orientieren und nicht an oftmals plakativen Behauptungen – das würde die Akzeptanz von Zuwanderung in der Gesellschaft erhöhen.
Links:
Migration nicht Hauptproblem der Kommunen lesen
Beschäftigung geflüchtete Menschen: Presseinformation zur Studie, Studie selbst hier abrufbar
Studie Migration (lesen) und ihr Beitrag zum Staatshaushalt lesen
Abschiebeoffensive Söder BR-Artikel
Rückgang Asylanträge Bayern lesen
Stark gesunkenen Zuwanderungszahlen BR 24 v. 18.12.2025




