Windkraft endlich ausbauen: Für Klimaschutz, Arbeitsplätze und starke Regionen

Die aktuellen Anfragen zum Sachstand Windenergie belegen: In Bayern blockieren ungelöste Konflikte mit Militär, schleppender Netzausbau und überlastete Behörden den Ausbau der Windkraft. Damit verspielt die Staatsregierung nicht nur Klimaziele, sondern auch enorme Chancen für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Industrie.

© eigene Aufnahme

In Bayern erleben wir beim Ausbau der Windkraft nach wie vor ein massives Versagen der Staatsregierung. Meine beiden aktuellen Anfragen zum Sachstand Windenergie im Bayerischen Landtag, die Antwort vom 04. Februar 2025  und die Antwort vom 19. August 2025 zeigen das ganze Ausmaß. 

Ja, die Zahl der Anträge steigt, seit die Ampel-Regierung das 10-H-Gesetz abgeschafft hat. Doch den beantragten Windrädern stehen eine Vielzahl von Hürden entgegen, die die Söder-Regierung nicht abbaut. Besonders gravierend sind die Konflikte mit dem Militär, der schleppende Netzausbau und die überlasteten Genehmigungsbehörden. Über 400 Anlagen hängen allein wegen ungelöster Militärkonflikte in der Luft. Im gesamten ersten Halbjahr 2025 konnte nur für ein einziges Projekt mit drei Windrädern eine Lösung gefunden werden. Das ist ein Armutszeugnis. 

Beim Vorreiter Mittelfranken, der als einziger Regierungsbezirk zumindest aktive Lösungen im Bereich Militär sucht und auch im Bereich Regionalplanung am weitesten vorangeschritten ist, bremsen wiederum massive Probleme beim Anschluß ans Stromnetz den Erfolg. Über 400 mögliche Anlagen haben noch keinen Netzanschlußpunkt genannt bekommen und sind auf unbegrenzte Dauer blockiert. 

Und in Regionen mit einem massiven Nachholbedarf und weniger Problemen mit dem Netzanschluß, sind es schließlich die Genehmigungsbehörden, die bremsen. So sind in Niederbayern trotz einer sehr geringen Zahl von beantragten Windkraftanlagen auch 6 Monate nach Antragseingang noch 2/3 der Anlagen nicht genehmigt. Und in der Oberpfalz sind es über die Hälfte der Anlagen, die auch ein halbes Jahr nach Antrag noch auf eine Genehmigung warten. 

Dabei ist die Windkraft längst nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Bayern. Jeder neue Windpark bedeutet Millioneninvestitionen vor Ort – in Planung, Bau, Wartung und Betrieb. Er schafft Arbeitsplätze in regionalen Handwerksbetrieben, bei Zulieferern und in den Kommunen. Kommunale Haushalte profitieren direkt durch Gewerbesteuern und Pachteinnahmen, Bürgerinnen und Bürger durch Beteiligungsmodelle und vergünstigte Stromtarife.  

An anderen Standorten in Deutschland sehen wir: Windkraft stärkt die Wertschöpfung in ländlichen Regionen und macht sie unabhängiger von globalen Krisen. Bayern verspielt hier systematisch Chancen für die eigene Wirtschaft. 

Auch für die bayerische Industrie ist Windenergie von zentraler Bedeutung. Wir stehen vor einer massiven Transformation hin zu grünem Stahl, grünem Wasserstoff und klimaneutraler Chemie. All diese Schlüsselindustrien sind auf eine sichere, preiswerte und heimische Stromversorgung angewiesen. Wenn Bayern beim Ausbau der Windkraft weiter hinterherhinkt, wird die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen massiv geschwächt. Investitionen wandern ab, in andere Bundesländer oder ins Ausland. 

Die Anfrage vom Juli 2025 hat zudem gezeigt: Mehr als 150 Windkraftanlagen sind zwar längst genehmigt, aber noch nicht in Betrieb, 85 davon warten bereits seit über einem Jahr. Damit wird klar: Den steigenden Antrags- und Genehmigungszahlen stehen viel zu wenige Inbetriebnahmen gegenüber. 

All diese Hürden sind politisch hausgemacht. Die bayerische Staatsregierung hätte alle Möglichkeiten, die Blockaden endlich zu lösen - durch verbindliche Vorgaben in der Landesplanung, durch aktive Unterstützung beim Militär und beim Netzausbau, durch klare Vorgaben an die Genehmigungsbehörden. Stattdessen weigert sie sich stur. So wird das Ziel, bis 2030 eintausend neue Windräder ans Netz zu bringen, niemals erreichbar sein. 

Die Auswertungen und der Vergleich meiner beiden Anfragen an die Staatsregierung ergab folgendes Bild im Bereich Militär, Netze und Genehmigungen: 

 

 Militär (Frage 7.3 in SAN vom 14.7.25) 

   

  

Gesamt 

Projekte 

Anzahl WKAs 

Projekte keine Lösung 

Projekte in Bearbeitung 

Projekte Lösung gefunden  

Bisher keine Lösung WKAs 

Lösung gefunden 

WKAs 

Oberbayern 

97 

298 

25 

28 

44 

192 

106 

Niederbayern 

13 

27 

12 

15 

Oberpfalz 

23 

104 

17 

99 

Oberfranken 

Mittelfranken* 

49 

215 

20 (74 WKAs) 

5 (19 WKAs) 

24 (7 Teil) 

93 

122 (davon 37 Teillösung) 

Unterfranken 

12 

56 

7  

17 

39 

Schwaben** 

  

199 

707 

57 

55 

87 

418 

289 

  

*SAN vom 19.12.24 mit Beantwortung am 4.2.25 ergab nur in Reg.-Bezirk Mittelfranken abweichende Zahlen. Diese sind hier aufgeführt und zeigen bei den Projekten mit Lösung eine Steigerung um 8 Projekte und 40 Windräder. Davon jedoch nur in einem Projekt mit echter Lösung, in 7 Projekten und 37 WKAs lediglich mit Teillösungen. 

** Bei SAN vom 19.12.24 mit Beantwortung am 4.2.25 wurden insgesamt 26 Projekte genannt mit 96 Windrädern (davon 24 WKAs ohne Lösung und 72 mit Lösung)  

Genehmigungen (Frage 3.1 in SAN) 

  

  

Über 6 Monate nicht genehmigt 

Gesamt 

  

Oberbayern 

12 

93  

13 

  

Niederbayern 

12 

67 

  

Oberpfalz 

31 

58 

53 

  

Oberfranken 

13 

78 

17 

  

Mittelfranken 

16 

76 

21 

  

Unterfranken 

24 

91 

26 

  

Schwaben 

51 

  

  

106 

459 

23 

  

  

Die Genehmigungsbehörden sollten generell innerhalb von 3 Monaten die Genehmigungen erteilen. In der Anfrage wird erkennbar, dass sehr viele Anträge bereits vor Oktober 2024 gestellt wurden und trotzdem zum 30.4.25, also 6 Monate später, noch keine Genehmigung erteilt wurde.  

 


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