Die erneuerbaren Energien haben ihren Vorsprung im Strommix weiter deutlich ausgebaut. Insgesamt trugen sie mit 255 TWh rund 62 % zur öffentlichen Stromerzeugung bei. Die fossilen Energieträger kamen dagegen nur noch auf 159 TWh, was einem Anteil von 38 % entspricht.
Wie war das Stromjahr 2025?
Zwischen Sonnenscheinrekorden, Flauten und strukturellem Wandel war das Energiejahr 2025 alles andere als langweilig. Während eine Energiequelle einen beeindruckenden Höhenflug hinlegte, kamen andere deutlich ins Stocken – und ein fossiler Klassiker verabschiedete sich still von seiner einst dominierenden Rolle.
Der Photovoltaik-Strom hat im Jahr 2025 so stark zugelegt wie noch nie zuvor. Die Stromerzeugung stieg um 12 TWh – von etwa 60 auf 72 TWh – was einem Zuwachs von rund 20 % entspricht. Dieser Anstieg ist nicht nur auf die hohe Zahl an Sonnenstunden zurückzuführen, sondern vor allem auf den erneut kräftigen Ausbau der installierten Leistung. Diese erhöhte sich um 14 GW auf insgesamt 106 GW. Ohne die insbesondere in Bayern zunehmenden Abregelungen von PV-Anlagen aufgrund von Netzengpässen hätte die Einspeisung sogar noch um einige TWh höher ausfallen können.
Weniger erfreulich entwickelte sich dagegen die Situation bei Wind- und Wasserkraft. Die Stromproduktion aus Wasserkraft ging mangels ausreichender Wasserverfügbarkeit um etwa 20 % zurück und lag bei nur noch 16 TWh. Auch die Windstromerzeugung fiel geringer aus: Trotz eines leichten Zubaus an Windkraftanlagen sank die Produktion um rund 7 % auf 126 TWh. Hauptursache hierfür war ein besonders schwaches Windangebot im ersten Quartal des Jahres.
Sehr positiv ist hingegen der erneut deutliche Rückgang der Braunkohleverstromung zu bewerten. Der Einsatz von Braunkohle in der Stromerzeugung nahm weiter ab und lag mit 66 TWh auf dem niedrigsten Stand seit 1960. Die Ära der sogenannten Grundlastkraftwerke geht damit endgültig zu Ende, unterstützt durch weiter steigende CO₂-Preise.
Bezieht man die Steinkohle in die Betrachtung mit ein, fällt der Rückgang zwar etwas weniger stark aus. Betrachtet man jedoch die langfristige Zeitreihe, muss man bis ins Jahr 1958 zurückgehen, um eine vergleichbar niedrige Kohleverstromung zu finden (Abweichungen ergeben sich durch den Vergleich von Brutto- und Nettowerten).
Die CO₂-Emissionen sanken insgesamt nur leicht um etwa 1 %, was rund 6 Millionen Tonnen entspricht. Diese Zahlen stammen von der AG Energiebilanzen, deren frühe Schätzungen erfahrungsgemäß sehr genau sind. Hauptursache für den Rückgang ist bei insgesamt stagnierendem Energieverbrauch vor allem der deutlich gesunkene Mineralölbedarf in der Chemieindustrie sowie die weiter abnehmende Braunkohleverstromung. Sorgenkinder beim Klimaschutz bleiben jedoch weiterhin die Bereiche Verkehr und Wärme: Der Verbrauch von Diesel und Benzin stieg um 1 %, der von Flugbenzin sogar um 4 %.
Weitere Informationen:
https://ag-energiebilanzen.de/energieverbrauch-wird-2025-stagnieren/
Interessant ist zudem, dass die Stromimporte aus dem Ausland im Jahr 2025 zurückgegangen sind. Die Nettostromimporte sanken um 4 TWh auf 21,7 TWh, was einem Rückgang von etwa 15 % entspricht. Dabei gingen sowohl die Importe zurück als auch die Exporte nach oben. Wichtigstes Importland war Dänemark, während Österreich das bedeutendste Exportland blieb.
Verglichen mit den Importmengen bei Mineralöl und Erdgas sind diese Strommengen jedoch überschaubar. Allein die rund 85 Millionen Tonnen Mineralölimporte nach Deutschland im Jahr 2024 entsprechen in etwa 1.000 TWh (grobe Annäherung).
Weitere Daten und Grafiken:
https://www.energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&legendItems=ly1&interval=year&source=public
https://www.energy-charts.info/charts/import_export/chart.htm?l=de&c=DE&year=2025
Besonders problematisch bleibt die Schieflage beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern. Einerseits gibt es erhebliche Schwierigkeiten, den Solarstrom ins Netz zu integrieren, andererseits entsteht in den Wintermonaten eine große Stromlücke. Dies würde eigentlich eine deutliche Verschiebung des Ausbauschwerpunkts hin zur Windkraft erfordern. Stattdessen verschärft sich die Schieflage weiter.
Zwar ist der Zubau von 3.600 MW an Photovoltaik-Leistung im Jahr 2025 durchaus erfreulich, doch der gleichzeitige Ausbau der Windkraft mit lediglich 61 MW ist mehr als beschämend.

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