10.09.2019

Wasser unser Nahrungsmittel Nr. 1

Durch zwei Anfragen an das Bayerische Umweltministerium, habe ich etliche Informationen über das Thema Nutzung des Tiefengrundwassers erhalten. Notwendig ist es sorgsam mit dem hohen Gut Wasser umzugehen.
Ein Wasserglas wird mit klarem Wasser gefüllt
Wasser unser kostbarstes Lebensmittel © Foto: Baudolino;pixabay.com

Wegen des Klimawandels muss sich das Wasserwirtschaft auf mindestens drei Trockenjahre in Folge einstellen. Denn die Häufung der Trockenperioden führen schon jetzt zu großen Problemen. Heute haben wir bereits teilweise eine Übernutzung unserer Grundwasserreserven.

Der Grundwasserpegel sinkt

Erhöhte Niederschläge im Winter können aufgrund der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Bodenspeichers nur bedingt zur Neubildung des Grundwassers beitragen und die Defizite des Sommers kaum ausgleichen. So ist nahezu bayernweit von einer geringeren Grundwasserneubildung in naher Zukunft auszugehen. 

Die geringen Grundwasserstände nach dem niederschlagsarmen Winter 2014/2015 sanken durch anhaltende Trockenheit zu Beginn des Sommers 2015 weiter ab. Nicht nur Bayerns Fließgewässer führten zu weiten Teilen Niedrigwasser, sondern auch 37 % der Grundwasser-Messstellen des Landesmessnetzes erreichten im Laufe des Jahres neue Niedrigstwerte.

Im Jahr 2016 und in der ersten Hälfte des Jahres 2017 war die Situation nicht weniger angespannt. Der Niedrigwasser-Lagebericht Bayern schreibt in seiner Ausgabe vom 27.06.17: „64 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen weisen niedrige und sehr niedrige Grundwasserstände auf. In den tieferen Grundwasser-Stockwerken zeigen 79 Prozent der Messstellen diese Niedrigwassersituation [...]: Nach dem niederschlagsarmen Winterhalbjahr bleibt auch der Sommer weiterhin zu trocken [...] Seit Juli 2016 sind in Nordbayern alle Folgemonate zu trocken ausgefallen.“

Tiefen-Grundwasser

Problematisch war die Situation im Jahr 2017 in den tieferen Grundwasser-Stockwerken. Hier wiesen zum Stichtag 1. September 2017 über 30 Stationen sehr niedrige Grundwasserstände auf. Vier Messstationen meldeten Rekordwerte beim Niedrigststand. Von Jahresbeginn 2019 bis zum Stichtag 02. Juli 2019 zeigten stets deutlich mehr als 50% aller tiefen Grundwassermessstellen niedrige oder sehr niedrige Werte an; zum Stichtag lag dieser Anteil sogar bei nahezu drei Vierteln.

Auch wenn es in einem Jahr einmal wieder zu erhöhten Niederschlägen im Winter kommt, können diese aufgrund der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Bodenspeichers nur bedingt zur Neubildung des Grundwassers beitragen und die Defizite des Sommers kaum ausgleichen. 

Es ist nahezu bayernweit von einer geringeren Grundwasserneubildung in naher Zukunft auszugehen. 

So antwortet das Umweltministerium, dass die derzeitige Wassergewinnung zu fortschreitend sinkenden Grundwasserständen führen wird, bis in ferner Zukunft ein stationärer Zustand erreicht wird. „Bis dahin erfolgt ein irreversibler Abbau des sehr alten Grundwassers. Als Folge könnten sich Änderungen der Anstromrichtung bzw. des Einzugsgebietes von Wassergewinnungsanlagen sowie nachteilige Veränderungen der natürlichen Beschaffenheit des Tiefengrundwassers ergeben.“...„Grundsätzlich gilt: Aus jeder Grundwasserentnahme resultiert eine Absenkung des Grundwasserspiegels bis sich ein Gleichgewicht zwischen Zustrom und Entnahme einstellt. ... Bei gespannten Grundwasserverhältnissen können die Grundwasser- absenkungen oft sehr weit reichen.“

Fazit: Wasser ist unser kostbarstes Gut.

Die Antworten auf meine Anfragen zeigen auf, wir müssen uns genau überlegen, wieviel Grundwasser wir entnehmen –  aus welchen Bodenschichten das Wasser kommt – und ob sich der Wasservorrat dort wieder regenerieren kann. 

Auf was müssen wir achten?

Wir müssen Brunnen besser schützen und stillgelegte wieder aufbereiten. Mit der „eisernen Reserve“ Tiefenwasser müssen wie sehr sparsam umgehen. Da der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln unser Grundwasser verunreinigt, brauchen wir ein Umdenken in der Landwirtschaft. Auch die Modernisierungen von Abwasser- und Kläranlagen sind enorm wichtig.

Insbesondere bei Neubauten und Modernisierungen soll endlich ein Umdenken beim Wasserverbrauch stattfinden. Duschen und Baden mit Trinkwasser ist wirklich eine Vergeudung – so bietet sich etwa ein getrenntes Trink- und Brauchwasser an oder die Rückgewinnung von Brauchwasser.

Die Anfragen zur Entnahme von Tiefengrundwasser aus dem überdeckten Sandsteinkeuper in Treuchtlingen:
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