Deshalb setze ich mich klar für ein flächendeckendes Tempolimit auf deutschen Autobahnen ein und habe die Petition der Deutschen Umwelthilfe unterzeichnet. Ein Tempolimit ist eine der einfachsten, schnellsten und zugleich wirkungsvolle Maßnahmen, um gleich mehrere Probleme gleichzeitig anzugehen.
Unsere Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge bringt es auf den Punkt: Ein Tempolimit hat einen dreifach positiven Effekt. Es erhöht die Verkehrssicherheit, senkt den Spritverbrauch und leistet einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise und globaler Unsicherheiten ist es verantwortungsvoll, vorhandene Einsparpotenziale konsequent zu nutzen.
Diese Einschätzung wird auch international geteilt. Selbst die internationale Energieagentur, die bisher nicht gerade bekannt ist konsequente Klimaschutzmaßnahmen und eine Abkehr von Öl und Gas, empfiehlt jetzt ausdrücklich Maßnahmen im Verkehrsbereich, um den Ölverbrauch zu senken – darunter ein Tempolimit. Es ist also keine radikale Forderung, sondern eine pragmatische Antwort auf eine sich verschärfende Energie- und Klimakrise.
Umso unverständlicher ist für mich der aktuelle Kurs der Bundesregierung. Statt entschlossen zu handeln, werden wichtige Klimaschutzmaßnahmen infrage gestellt oder ausgebremst. Unglaublich ist die Rolle von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, deren Lobby-Politik für die fossilen Energien genau das Gegenteil bewirkt und uns alle in eine Kostenfalle und verstärkte Klimakrise treibt. Es drohen Rückschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei klimafreundlichen Technologien (s. Artikel zu Grüngasquote, EEG und Netzpaket).
Dabei zeigen die Zahlen klar: Deutschland ist auf einem problematischen Kurs. Nach Einschätzung der Bundesregierung selbst könnten die Klimaziele für 2030 verfehlt werden – insbesondere im Verkehrs- und Gebäudesektor. Hier steigen die Emissionen weiterhin, statt zu sinken. Das belastet nicht nur das Klima, sondern langfristig auch die Menschen finanziell. Die Maßnahmen, welche Umweltminister Schneider vorstellte sind da nicht ausreichend. Er sieht z.B. als zentrale Maßnahme im Verkehrsbereich eine Beimischung von Biokraftstoffen vor und will damit über 6 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Diese Biokraftstoffe können wir aber nicht erzeugen, da wir die notwendigen Flächen nicht haben. Das sind Traumschlösser – genauso wie die Grüngasquote, die alleine schon eine Verdopplung der Energiepflanzenflächen verursachen würden. Platz für Lebensmittel ist da bald keiner mehr. Vollkommen falsch, da es mit ÖPNV und Elektrifizierung gute Alternativen gibt.
Aber zurück zum Tempolimit: Ein Tempolimit wäre ein sofort wirksamer Hebel. Laut Umweltbundesamt könnten dadurch jährlich Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Gleichzeitig würde die Zahl schwerer Unfälle sinken – ein Gewinn an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. Und das Beste: Diese Maßnahme kostet den Staat keinen Cent, spart aber durch weniger Unfälle und geringeren Energieverbrauch sogar Geld.
Mir ist wichtig: Klimaschutz muss immer auch sozial gerecht sein. Deshalb setze ich mich zusätzlich für konkrete Entlastungen ein – etwa eine Senkung der Stromsteuer für Haushalte sowie für Handwerk und Mittelstand. Auch bezahlbare Mobilität gehört dazu: Ein günstigeres Deutschlandticket kann gerade in Zeiten hoher Spritpreise eine echte Alternative schaffen.
Mein Fazit:
Ein Tempolimit ist keine Einschränkung, sondern ein Gewinn – für unsere Sicherheit, für den Geldbeutel und für den Klimaschutz. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung handelt. Ich werde mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen.
P.S.: Deutschland ist aktuell das einzige Land in Europa ohne generelles Tempolimit auf Autobahnen. Ich finde: Das ist nicht mehr zeitgemäß. Eine große Mehrheit der Bevölkerung unterstützt längst eine solche Regelung.
Karte der DUH | Zur Pressemitteilung des Bundesministeriums




