Mit dem Ausbau von Solar- und Windenergie wächst auch die Herausforderung, den erzeugten Strom sinnvoll zu nutzen. Noch immer werden in Bayern große Mengen erneuerbarer Energie abgeregelt, obwohl sie eigentlich verfügbar wären. Ein neuer Antrag setzt genau hier an: Freiheitsenergien sollen künftig vor Ort gespeichert statt ungenutzt verloren gehen.
Batteriespeicher spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen es, Strom aus erneuerbaren Quellen zwischenzuspeichern und genau dann bereitzustellen, wenn er gebraucht wird. Damit sind sie ein entscheidender Baustein für ein stabiles, flexibles und klimafreundliches Energiesystem.
Der Antrag zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen für den Ausbau von Speichern deutlich zu verbessern. Besonders im Fokus steht der Umgang mit sogenannten Redispatch-Maßnahmen: Wenn Stromnetze überlastet sind, werden Anlagen zur Stromerzeugung derzeit gezielt heruntergeregelt. Der dabei verfügbare grüne Strom kann bislang oft nicht genutzt werden – selbst dann nicht, wenn Batteriespeicher in unmittelbarer Nähe vorhanden sind.
Hier braucht es eine klare Änderung auf Bundesebene. Künftig soll es möglich sein, Batteriespeicher genau in diesen Situationen gezielt zu laden. So kann der Strom vor Ort gespeichert und später genutzt werden, statt verloren zu gehen. Gleichzeitig sollen lokale Preissignale dafür sorgen, dass Speicher netzdienlich eingesetzt werden und zur Stabilität des Systems beitragen.
Ein weiteres Hindernis liegt aktuell in regulatorischen Vorgaben und Nutzungskonflikten. So werden Batteriespeicher häufig nicht als eigenständiger Bestandteil des Energiesystems betrachtet, sondern stehen in Konkurrenz zu anderen Großverbrauchern wie Rechenzentren. Der Antrag fordert deshalb eine Neubewertung: Speicher sollen als zentraler Bestandteil der Energiewende anerkannt und entsprechend priorisiert werden.
Auch beim Netzzugang besteht dringender Handlungsbedarf. Viele Speicherprojekte scheitern derzeit an langwierigen Verfahren oder fehlenden Anschlusskapazitäten. Durch neue Ansätze wie die Überbauung bestehender Netzanschlusspunkte könnten zusätzliche Kapazitäten erschlossen und Projekte schneller umgesetzt werden. Dazu braucht es einen engen Austausch mit den Verteilnetzbetreibern und pragmatische Lösungen.
Ergänzend soll ein Förderprogramm aufgesetzt werden, das bestehende Speicher gezielt für netzdienliches Verhalten nachrüstet. Dafür sind im Haushalt fünf Millionen Euro vorgesehen. Ziel ist es, die vorhandenen Potenziale schneller zu heben und die Integration erneuerbarer Energien weiter zu verbessern.
Der Antrag macht deutlich: Die Energiewende entscheidet sich nicht nur beim Ausbau der Erzeugung, sondern auch bei der intelligenten Nutzung des Stroms. Wer erneuerbare Energien ernsthaft voranbringen will, muss dafür sorgen, dass sie gespeichert, gesteuert und effizient eingesetzt werden können. Batteriespeicher sind dafür ein Schlüssel und ihr Ausbau gehört ganz oben auf die energiepolitische Agenda.




