Städte zu Solarkraftwerken machen: Photovoltaik auf jedes Dach

Städte als Solarkraftwerke: Ein grüner Vorstoß will Photovoltaik auf jedes Dach bringen, Bürokratie abbauen und endlich auch Mieter am Solarstrom beteiligen.

Bildquelle: KI-generiert mit Canva, Juni 2026

Die Energiewende entscheidet sich nicht nur auf dem Land, sondern vor allem auch in den Städten. Gerade dort liegen enorme ungenutzte Potenziale auf den Dächern von Wohngebäuden. Ein Antrag der Landtags-Grünen zielt deshalb darauf ab, Photovoltaik in urbanen Räumen deutlich voranzubringen und Städte Schritt für Schritt zu Solarkraftwerken zu machen. 

Bayern profitiert als sonnenreiches Bundesland in besonderem Maße vom Ausbau der Solarenergie. Kleine Photovoltaikanlagen auf Dächern sind ein zentraler Baustein für eine dezentrale, klimafreundliche und bürgernahe Energieversorgung. Sie senken Energiekosten, stärken die regionale Wertschöpfung und machen unabhängiger von fossilen Energieimporten. 

Damit sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Der Antrag setzt sich dafür ein, kleine Aufdach-Photovoltaikanlagen schrittweise an marktbasierte Bedingungen heranzuführen, ohne den Ausbau auszubremsen. Planungssicherheit bleibt dabei ein entscheidender Faktor für Investitionen. 

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Geschosswohnungsbau und auf Mieterstrommodellen. Während Eigentümerinnen und Eigentümer von Einfamilienhäusern bereits häufig direkt von selbst erzeugtem Solarstrom profitieren, sind viele Mieterinnen und Mieter bislang von diesen Vorteilen ausgeschlossen. Gleichzeitig bieten gerade Städte große, bislang ungenutzte Dachflächen. 

Deshalb soll die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen bis 25 Kilowatt im Bereich des Geschosswohnungsbaus und bei Mieterstrommodellen erhalten bleiben. So werden Investitionen für Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und Eigentümergemeinschaften attraktiver und der Ausbau in dicht besiedelten Gebieten beschleunigt. 

Zugleich braucht es einen konsequenten Abbau bürokratischer Hürden. Komplexe Vorgaben und aufwendige Verfahren bremsen derzeit viele Mieterstromprojekte aus. Einfachere Regelungen können dazu beitragen, dass mehr Projekte umgesetzt werden und die Energiewende auch in den Städten Fahrt aufnimmt. 

Der Ausbau von Photovoltaik in urbanen Räumen hat zusätzliche Vorteile: Strom wird dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Das entlastet die Netze und schafft die Grundlage für moderne Quartierslösungen. In Kombination mit Batteriespeichern, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur entstehen so integrierte Energiesysteme, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie miteinander verbinden. 

Der Antrag macht deutlich, dass die Energiewende sozial gerecht gestaltet werden muss. Wenn auch Mieterinnen und Mieter von günstigem Solarstrom profitieren, wird die Transformation breiter getragen und im Alltag spürbar. Städte spielen dabei eine Schlüsselrolle und ihre Dächer sind ein zentraler Teil der Lösung. 

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