Mehr Windkraft im Süden ist dringend notwendig für eine stabile Stromversorgung in Deutschland. Die derzeitigen Rahmenbedingungen für die Windkraft erlauben es Anlagen in Bayern aber nicht zum Zug zu kommen, da sie gegenüber den Projekten in Norddeutschland den Kürzeren ziehen.
Als grüne Fraktion haben wir bereits im Januar einen Antrag für eine Sonderausschreibung Süd für die eingereicht. CSU und FW haben unseren Antrag erst abgelehnt, aber dann 14 Tage später eine Bundesratsinitiative für eine Ausschreibung von zusätzlichen 5 GW Wind auf den Weg gebracht. Dem Antrag sind nun NRW, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg beigesprungen und heute wurde er an den Wirtschaftsausschuss des Bundesrates weitergeleitet. Eine Mehrheit bei den weiteren Verhandlungen steht in Aussicht.
Wie wichtig eine zusätzliche Ausschreibung ist und vor allem der Ausbau im Süden stärker angereizt werden muss, unterstreicht auch die aktuelle Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft FFE. Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen für Windkraft werden in Bayern nur ein Volumen von 3,7 GW Windkraft gebaut werden. Das entspricht rund 500 Windrädern. Notwendig für einen guten Ausgleich und eingeplant im Netzentwicklungsplan sind aber rund 1350 Windanlagen. Der Großteil der Windkraftanlagen wird bei den derzeitigen Überzeichnungen der Ausschreibungen nach Norden wandern. Dort sind aber die Netze schon weitgehend voll und es würden höhere Redispatchkosten entstehen durch diesen marktfokussierten Ausbau, da rund die Hälfte des neu erzeugten Stroms abgeregelt werden müsste. Werden die Windräder im Süden gebaut, so wie im NEP vorgesehen, könnten für das Beispielsjahr 2030 Redispatchkosten von rund 1,8 Mrd. Euro gespart werden, so die Studie.
Wir brauchen dringend eine bessere Steuerung des Windkraftausbaus. Meine grüne Fraktion hat deshalb schon im Januar eine Windkraft-Sonderausschreibung Süd gefordert. Die neue Studie des FFE unterstreicht nun die Notwendigkeit und hat berechnet, dass wir im Jahr 2030 insgesamt 1,8 Milliarden Euro Ausgleichszahlungen sparen könnten, bei einem Ausbau von mindestens 1350 Windrädern im Bayern. Die Staatsregierung hat zwar reflexhaft unseren Antrag erst abgelehnt, aber nun doch verstanden und eine Bundesratsinitiative gestartet. Das ist ein guter Schritt. Es fehlt aber die Steuerung des Ausbaus in Richtung Süden. Und die CSU ist jetzt gefragt, in der Bundesregierung sich konsequent für eine Stärkung der Windkraft und der erneuerbaren Energien insgesamt einzusetzen, denn die Politik von Wirtschaftsministerin Reiche macht derzeit genau das Gegenteil.
Zum Dringlichkeitsantrag der Grünen Fraktion Bayern: Sofortprogramm für günstigen Windstrom in Bayern




