Kloster Seeon: Wackersdorf 2.0 - Atomtraum der CSU

Auf der Klausurtagung im Kloster Seeon zeigt die CSU erneut, dass sie energiepolitisch vollkommen versagt. Während sie weltweite Trends ignoriert, schlägt die CSU fantasievolle Illusionen vor. Will die CSU ein Wackersdorf 2.0? Dann soll sie doch mal sagen in welchen bayerischen Landkreis das kommen soll. 

Flagge "Atomkraft? Nein Danke"
Bildquelle: Eigene Aufnahme; Flagge mit Aufschrift "Atomkraft? Nein Danke"

Mit dem zu erwartenden Beschluss der CSU-Landesgruppe bei der Klausurtagung im Kloster Seeon zeigt die CSU erneut, dass sie energiepolitisch vollkommen versagt. Abermals singt sie – wie schon in den Vorjahren - das hohe Lied auf die „Small Modular Reactors“. 

Sie ignoriert dabei weiterhin die weltweiten Trends. In Europa sind aktuell 91 Atomkraftwerke in Betrieb, soviel waren es auch 1979. Zwischenzeitlich im Jahr 1989 waren es 162* und bald hat sich ihre Zahl in Europa also halbiert. Unser Nachbarland Belgien hat allein im letzten Jahr weitere drei Atomkraftwerke von ehemals acht stillgelegt. Der Rückgang hat klar mit den enorm hohen Kosten und den Risiken der Stromgewinnung aus Atomkraft zu tun. Die erneuerbaren sind hier um ein Vielfaches günstiger und ihren Siegeszug wird auch die CSU nicht aufhalten.  

Neu im Angebot der CSU ist nun die fantasievolle Illusion mit Transmutation eine „Kreislaufwirtschaft“ in der Atomwirtschaft einzuführen. Aber alle Fachleute sagen klar, dass hier eine Kreislaufwirtschaft nicht möglich ist und die Reststoffe nochmals hochradioaktiver werden. Der Prozess dafür ist ein Teufelszeug! Und das verschweigt die CSU ganz bewusst, denn zentraler Baustein ist eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage, die in Bayern zum Glück verhindert werden konnte. Will die CSU tatsächlich ein Wackersdorf 2.0? Will Söder 3 ½ Jahrzehnte später das umsetzen, das sein Ziehvater Strauß nicht geschafft hat? Dann soll er doch gleich mal sagen, in welchem Landkreis in Bayern diese hochriskante Anlage gebaut werden soll. 

Und auch hier läuft der Trend in die andere Richtung. Von den beiden westeuropäischen Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA), wurde eine bereits in den letzten 10 Jahren stillgelegt. Die WAA Sellafield soll zurückgebaut werden, mit einem Zeithorizont bis 2125 und zu erwartenden Kosten von 163 Mrd. Euro – finanziert von den britischen SteuerzahlerInnen.  

Kosten über Kosten, Risiken über Risiken, die alle bei der CSU unter den Teppich gekehrt werden. Es ist tragisch, dass sich die CSU den wirklichen energiepolitischen Lösungen und deren Herausforderungen derart verweigert. Der Ausbau der Windenergie in Bayern ist weiterhin minimal. Der Netzausbau kommt nur schleppend voran und die Stromimporte nach Bayern bleiben fast unverändert hoch. Stattdessen werden “Wackersdorf 2.0-Pläne” entworfen, die hochriskant und extrem teuer sind. Die erneuerbaren Energien sind hier um ein Vielfaches günstiger, sauber und schaffen viele Arbeitsplätze. Was hält die CSU davon ab, hier mit dem gleichen Eifer reinzugehen? 

  

*Quelle: IAEA 


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