Grüne Wasserstoffkraftwerke statt teuren Fusions-Fantasien der Söder-Regierung

Der Ministerpräsident träumt von drei neuen Fusionsreaktoren - Projekte, die weltweit noch kein einziges Watt Strom liefern. Milliarden Steuergelder sollen in eine Technologie fließen, deren Nutzen völlig ungewiss ist. Statt echte Lösungen wie erneuerbare Energien, Speicher und Netze voranzubringen, verzettelt sich die CSU-Regierung in Zukunftsphantasien statt die Probleme im Hier und Jetzt anzugehen.

Demozug Antiatom "Atom Nein Danke"
Bildquelle: Eigene Aufnahme; Demozug

Die Pläne des Ministerpräsidenten drei neue Fusionsreaktoren auf den Weg zu bringen, bedeuten eine massive Verschwendung von Steuermitteln. In Zeiten, in denen die kommunalen Haushalte auf Kante genäht sind, es in Universitäten reinregnet und Unterstützung für Familien plötzlich gestrichen werden, Millionen von Bayerischen Steuergeldern in Sci-Fi Träumereien des Ministerpräsidenten zu investieren ist mehr als verantwortungslos.[1] Die Söder-Regierung ignoriert konsequent, dass bis heute weltweit kein einziges Fusionskraftwerk Strom liefert. Fusionsprojekte in anderen Ländern wurden zu Milliardengräbern. Internationale Großprojekte wie ITER in Frankreich zeigen, wie hoch die Kosten und wie ungewiss der Nutzen sind. Wer heute auf Fusion setzt, verschiebt reale Probleme in eine ferne Zukunft und blockiert Investitionen dort, wo sie jetzt Wirkung entfalten könnten.

Für eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Stromversorgung braucht Bayern Lösungen, die verfügbar, skalierbar und wirtschaftlich sind. Wir sehen enorme Lernkurven z.B. bei Photovoltaik und Batterien, die eine Kostenreduktion pro Einheit von über 10 % jährlich aufweisen. Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren, kombiniert mit leistungsfähigen Batteriespeichern, modernen Stromnetzen und grünen Wasserstoffkraftwerken, ermöglicht genau das: Flexibilität im System, Versorgungssicherheit zu günstigen Preisen und Wertschöpfung im eigenen Land. An den ehemaligen Atomkraftstandorten Isar 1 und Gundremmingen sind deshalb längst grosse Batteriespeicher in Planung und die Inbetriebnahmen sind geplant für 2027 bzw. 2028[2]. Und überall im Land werden neue Batteriespeicher an geeigneten Netzknotenpunkten beantragt. Gemeinsam mit Wind, Sonne und Wasserstoffkraftwerken sind das die Kraftwerke der Zukunft. 

Doch anstatt im Hier und Jetzt die Probleme anzugehen, präsentiert die CSU im Wochentakt lautstark neue Atom-Pläne – ohne belastbare Konzepte, ohne realistische Zeitpläne und ohne eine Kostenkalkulation. Das schafft keine Orientierung, sondern Unsicherheit. Dabei gäbe es genügend Hausaufgaben zu erledigen: die jahrelange Netzausbau-Blockadepolitik von CSU und FW hat enorme Netzprobleme verursacht, die Verhinderung der Windkraft hat zu einer riesigen Winterstromlücke in Bayern geführt und Förderprogramme müssen endlich nach Kriterien der Effektivität ausgewählt werden.

Bereits bei den Plänen zur Reaktivierung von Isar 2 hat der Ministerpräsident nachweislich gelogen[3]. Gleiches bei den angeblich funktionsfähigen Mini-Atom-Reaktoren (SMR) aus Kanada[4]. Jetzt sollen gleich drei Fusionsreaktoren all unsere Energieprobleme lösen. Dabei wissen wir was funktioniert: Erneuerbare Energien, Speicher, Netze und grüne Wasserstoffkraftwerke. Darauf müssen wir unsere Kraft und unsere Investitionen konzentrieren – statt den Menschen mit technologischen Luftschlössern Sand in die Augen zu streuen.

 


[1] 100 Mio. Euro sollen im Rahmen des Masterplans Kernfusion bis 2028 investiert werden Bericht aus der Kabinettssitzung vom 11. Februar 2025 – Bayerisches Landesportal

[2]  Spatenstich: Im bayerischen Gundremmingen errichtet RWE den größten Batteriespeicher Deutschlands

Bürgerinformationsveranstaltung zu neuem GESI-Projekt

Bayernwerk Natur und PreussenElektraa planen Batterie-Großspeicher am Kernkraftwerk Isar

[3] Schriftliche Anfrage: Wiederbetrieb AKW Isar 2

[4] AZP Minimeiler


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