Flexibel, klimafreundlich, regional: Warum Biogas jetzt gebraucht wird

Mit unserem Dringlichkeitsantrag fordern wir, dass Biogas ein fester Bestandteil der Kraftwerksstrategie des Bundes wird. Konkret schlagen wir vor, die flexible Leistung von heute 6.000 MW auf 12.000 MW zu verdoppeln, den Flexibilitätszuschlag zu erhöhen und ein Förderprogramm für Gasnetzanschlüsse aufzulegen. Nur so kann Biogas seine volle Stärke für Versorgungssicherheit und Klimaschutz entfalten.

Foto: Oliver Rühl

Biogas spielt heute schon eine wichtige Rolle für unsere Stromversorgung, und es könnte noch viel mehr leisten. Denn in den Stunden und Tagen, in denen Wind- und Solaranlagen, die das Rückgrat der Energiewende bilden, nicht liefern, braucht es flexible Lösungen. Genau das können Biogasanlagen: Sie springen dann ein, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. In Deutschland stehen über 9.900 Biogasanlagen bereit – mit einer installierten Leistung von über 6.000 MW.

Doch in den aktuellen Kraftwerksplänen der Bundesregierung taucht Biogas nicht auf. Stattdessen will die Ampel 20 Gigawatt neue fossile Erdgaskraftwerke bauen. Das wäre ein Rückschritt: klimaschädlich, teuer und eine neue Abhängigkeit von fossilen Importen.

Wir als grüne Fraktion im Landtag fordern deshalb eine Kurskorrektur und haben im Landtag einen Antrag eingereicht. Biogas muss ein aktiver Bestandteil der Kraftwerksstrategie des Bundes werden. Denn Biogas ist flexibel, klimafreundlich und regional verfügbar. Die Anlagen stehen schon da, sie müssen nur mit den richtigen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden.

Konkret heißt das:

Umstellung der Ausschreibungen auf die Bemessungsleistung: Damit setzen wir Anreize für die Überbauung der Motorenleistung. Wir wollen den Sprung schaffen von heute 6.000 MW flexibler Leistung auf 12.000 MW. So nutzen wir die Motorenleistung besser aus, ohne mehr Fläche oder mehr Biogas-Einsatz zu brauchen.

Erhöhung des Flexibilitätszuschlags auf 120 Euro/kW: Betreiber brauchen klare Anreize, um ihre Anlagen für eine flexible Fahrweise fit zu machen.

Begrenzung der Strommenge auf das heutige Niveau: Wir wollen mehr Effizienz und Flexibilität. Die Anlagen sollen dann laufen, wenn sie gebraucht werden. Insgesamt soll aber nicht mehr Strom erzeugt werden. Damit schaffen wir keine zusätzliche Vermaisung, keine steigenden Pachtpreise und keinen Druck auf die Landwirtschaft.

Ein Förderprogramm für Gasnetzanschlüsse: Damit Biogasanlagen auch in längeren Dunkelflauten einspringen können, wenn das gespeicherte Biogas bereits verstromt ist.

Dezentrale Biogasanlagen leisten dabei gleich mehrfachen Nutzen: Sie stabilisieren die Netze vor Ort, senken Übertragungskosten, machen das System robuster und stärken die regionale Wertschöpfung. Viele sind schon ans Gasnetz angeschlossen und können perspektivisch in die Wasserstoffwirtschaft integriert werden. Damit wird Biogas zur Brücke in eine klimaneutrale Zukunft.

Wir GRÜNE machen deshalb Druck: Die Bundesregierung darf nicht einseitig Milliarden in neue fossile Gaskraftwerke lenken, sondern muss endlich die Potenziale von Biogas, Speichern, Wasserstoffkraftwerken und Lastmanagement ausschöpfen. Wer Biogas ignoriert, verschenkt Chancen - für Klimaschutz, Versorgungssicherheit, faire Energiepreise und Innovation „Made in Germany“.

Saubere Energieversorgung: Wer Biogas außen vor lässt, gefährdet die Energiewende. Wir kämpfen deshalb dafür, dass die Kraftwerksstrategie nicht einseitig auf fossile Lösungen setzt, sondern die vorhandenen Potenziale endlich nutzt – für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung.

 

Den vollständigen Antrag der Grünen Landtagsfraktion finden Sie hier:
Dringlichkeitsantrag: Biogas in Kraftwerksstrategie berücksichtigen 

 


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