Faire Windchancen für den Süden: Südquote jetzt umsetzen

Es braucht mehr heimische erneuerbare Energien, deshalb habe ich mit meiner Fraktion eine Resolution gestartet: Es braucht eine bessere Perspektive für die Windenergie im Süden.

Bildquelle: Eigene Aufahme

Unsere Resolution fordert verlässliche Perspektive für Windenergie in Bayern 

Deutschland braucht mehr heimische erneuerbare Energien. Sie machen die Energieversorgung unabhängiger, verringern die Abhängigkeit von fossilen Importen und stärken zugleich Wirtschaft, Kommunen und ländliche Räume. 

Doch während Bayern und andere süddeutsche Länder ihre Windenergie deutlich ausbauen wollen, kommen neue Projekte kaum voran. Zahlreiche Anlagen sind bereits genehmigt oder befinden sich in laufenden Genehmigungsverfahren. Allein in Bayern warten mehr als 300 genehmigte Windenergieanlagen auf ihre Realisierung. Über 700 weitere Anlagen befinden sich derzeit im Genehmigungsverfahren. 

Trotz dieser vorhandenen Projekte erhalten Windenergieanlagen im Süden bei den bundesweiten EEG-Ausschreibungen bislang kaum Zuschläge. Bei den beiden vergangenen Ausschreibungen im Jahr 2026 gingen von insgesamt 927 Zuschlägen lediglich 13 an Windkraftanlagen in Bayern. Das entspricht gerade einmal 1,4 Prozent. 

Ich habe mit meiner Fraktion eine Resolution gestartet. Gemeinsam mit Unternehmen, fordern wir deshalb eine faire Perspektive für Windenergie im Süden. Der Bund soll im Rahmen des EEG 2027 ein eigenes Ausschreibungssegment für Süddeutschland schaffen und eine Südquote einführen. 

 

Genehmigte Projekte dürfen nicht ausgebremst werden 

Das derzeitige Ausschreibungssystem bietet Windenergieprojekten in Bayern und Baden-Württemberg keine ausreichende Planungssicherheit. Auch die geplanten Änderungen am Referenzertragsmodell im EEG 2027 reichen nach Einschätzung der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner nicht aus, um den Ausbau im Süden entscheidend voranzubringen. 

Die Folge: Bereits geleistete Planungsarbeit droht ins Leere zu laufen. Projektentwickler, Genehmigungsbehörden, Kommunen, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Energiegenossenschaften sowie die Menschen vor Ort haben Zeit und Ressourcen in die Projekte investiert. Wenn genehmigte Anlagen nicht rechtzeitig gebaut werden können, gehen Investitionen, regionale Wertschöpfung und dringend benötigte zusätzliche Stromerzeugung verloren. 

Auch rechtlich gibt es nach einem im September 2026 veröffentlichten Gutachten, das vom Landesverband Erneuerbare Energien Bayern und der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg beauftragt wurde, Möglichkeiten für ein eigenständiges Ausschreibungssegment im Süden. Eine Südquote kann demnach europarechts- und beihilferechtlich zulässig ausgestaltet werden. 

 

Südquote spart Kosten und entlastet die Netze 

Eine stärkere Nutzung der Windenergiepotenziale im Süden ist nicht nur eine Frage regionaler Gerechtigkeit, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Eine aktuelle Kurzstudie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass durch den Bau von rund zehn Gigawatt zusätzlicher Windleistung in Bayern und Baden-Württemberg bis 2030 jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro an Redispatchkosten eingespart werden könnten. 

Ein weiterhin stark auf den Norden konzentrierter Ausbau würde dagegen zusätzliche Stromtransporte erforderlich machen und voraussichtlich zu mehr Abregelungen führen. Die Kurzstudie geht von rund neun Terawattstunden zusätzlicher Abregelung aus. 

Wenn erneuerbarer Strom näher an den Verbrauchszentren erzeugt wird, können Engpässe im Stromnetz reduziert werden. Das senkt den Bedarf an kostenintensivem Engpassmanagement und kann langfristig auch die Netzentgelte entlasten. Ein ausgewogener Ausbau von Erzeugung, Netzen, Speichern und Verbrauch stärkt zudem die Versorgungssicherheit. 

 

Mindestens zehn Gigawatt zusätzliche Windleistung 

Die Resolution fordert vom Bund drei konkrete Schritte: 

  1. Ein eigenständiges Ausschreibungssegment für Süddeutschland: Bayern, Baden-Württemberg und weitere südliche Bundesländer sollen eine verlässliche Perspektive für genehmigte und planungsreife Projekte erhalten. 
  2. Mindestens zehn Gigawatt zusätzliche Windleistung: Bis Ende 2028 soll der Bund zusätzliche Ausschreibungsmengen für Windenergie im Süden bereitstellen. 
  3. Mehr Investitions- und Planungssicherheit: Unternehmen, kommunale Projektträger, Energiegenossenschaften, Stadtwerke und weitere Akteure brauchen stabile Rahmenbedingungen über mehrere Jahre. 

Politische Entscheidungen müssen bereits entwickelte und genehmigte Projekte ermöglichen, statt ihre wirtschaftliche Grundlage nachträglich infrage zu stellen. Nur so kann aus vorhandenen Genehmigungen auch tatsächlich neue Windenergie entstehen. 

 

Windenergie als Standortfaktor 

Eine sichere, bezahlbare und zunehmend heimische Stromversorgung ist für Unternehmen ein entscheidender Standortfaktor. Gerade Bayern und Baden-Württemberg verfügen über starke industrielle Strukturen, einen hohen Stromverbrauch und große wirtschaftliche Potenziale. 

Der Ausbau der Windenergie schafft Aufträge für Industrie, Mittelstand und Handwerk. Gleichzeitig entstehen regionale Wertschöpfungsketten und neue Perspektiven für Kommunen und ländliche Räume. Einnahmen aus Windenergieprojekten können vor Ort investiert werden und die Akzeptanz für den Ausbau stärken. 

Eine faire Südquote richtet sich dabei nicht gegen den Windenergieausbau im Norden. Deutschland braucht Windenergie in allen Teilen des Landes. Ziel ist ein ausgewogener Ausbau, der die vorhandenen Potenziale nutzt, die Netze entlastet und die Energieversorgung insgesamt widerstandsfähiger macht. 

 

Gemeinsamer Appell an die Staatsregierung 

Die Resolution wird von Unternehmen und Verbänden aus den Bereichen Bürgerenergie, Windenergie, erneuerbare Wärme und Energietechnik sowie vonuns, der bayerischen Grünen Landtagsfraktion, unterstützt. Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderem Bürgerenergie Bayern, der Landesverband Bayern des Bundesverbands Windenergie, Fuchs Wind, GP JOULE, Naturenergie Zeilinger, Ökonergie, VISPIRON und Wust Wind und Sonne. 

Gemeinsam appellieren sie an die Bayerische Staatsregierung, sich auf Bundesebene mit anderen süddeutschen Ländern für eine Südquote einzusetzen. Der Freistaat soll auf faire Rahmenbedingungen und mindestens zehn Gigawatt zusätzliche Windenergie im Süden drängen. 

So kann bereits geleistete Planungsarbeit genutzt, können Investitionen gesichert und regionale Wertschöpfung gestärkt werden. Eine faire Verteilung der Windenergie ist damit ein wichtiger Beitrag zu einer unabhängigen, sicheren und wirtschaftlich erfolgreichen Energieversorgung in ganz Deutschland. 

 

Zum Download "Resolution für faire Windchancen im Süden – Südquote jetzt umsetzen"


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