Biogas sichern, Stromversorgung stärken: Flexible Energie für Bayerns Zukunft

Biogas hält das Netz stabil, wenn Sonne und Wind ausfallen. Ein grüner Antrag will die Anlagen sichern, flexibler machen und vor dem Aus bewahren.

Bildquelle: Oliver Rühl

Eine sichere Energieversorgung braucht mehr als nur den Ausbau von Wind- und Solarenergie. Gerade in Zeiten, in denen weder die Sonne scheint noch der Wind weht, kommt es auf verlässliche und flexible Energiequellen an. Biogasanlagen spielen dabei eine zentrale Rolle und genau diese stehen aktuell unter Druck. 

Ein Antrag der grünen Landtagsfraktion setzt sich deshalb dafür ein, Biogas als wichtigen Baustein der Energiewende zu stärken und langfristig zu sichern. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass bestehende Anlagen weiter betrieben und gezielt flexibilisiert, werden können. 

Konkret fordert der Antrag, die Ausschreibungsvolumina für Biomasse im Erneuerbare-Energien-Gesetz deutlich anzuheben. Statt der bislang geplanten 500 Megawatt pro Jahr sollen für die Jahre 2027 und 2028 jeweils mindestens 1 500 Megawatt bereitgestellt werden. Andernfalls droht vielen bestehenden Anlagen das Aus, obwohl sie technisch weiterhin einsatzfähig sind und einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten könnten. 

Biogasanlagen haben einen entscheidenden Vorteil: Sie liefern Strom genau dann, wenn er gebraucht wird. Die eingesetzten Rohstoffe sind speicherbar, sodass die Stromproduktion gezielt in Zeiten mit hoher Nachfrage verschoben werden kann. Damit tragen sie wesentlich zur Stabilität der Stromnetze bei und ergänzen die fluktuierenden erneuerbaren Energien sinnvoll. 

Um dieses Potenzial besser zu nutzen, setzt sich der Antrag zudem für eine Reform der Ausschreibungsregeln ein. Künftig soll nicht mehr die installierte Leistung, sondern stärker die tatsächlich bereitgestellte flexible Leistung, die sogenannte Bemessungsleistung, im Mittelpunkt stehen. So werden Anreize geschaffen, die Anlagen gezielt für die bedarfsgerechte Stromerzeugung auszurichten, ohne die Gesamtproduktion unnötig zu erhöhen. 

Neben der Versorgungssicherheit spricht auch der Ressourcenschutz für den Erhalt der bestehenden Anlagen. Viele Biogasanlagen sind auf eine lange Betriebsdauer ausgelegt und können weiterhin effizient Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugen. Ihr vorzeitiges Abschalten wäre nicht nur energiepolitisch, sondern auch ökologisch ein Rückschritt. 

Der Antrag macht deutlich: Die Energiewende braucht ein Zusammenspiel verschiedener Technologien. Biogas ist dabei kein Auslaufmodell, sondern ein unverzichtbarer Teil eines stabilen, klimafreundlichen Energiesystems. Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss auch die verlässlichen erneuerbaren Energien stärken, gerade dann, wenn sie am dringendsten gebraucht werden. 

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