Der Ausbau der Speicher geht trotz des Versagens der Staatsregierung dank der privaten Initiativen von Unternehmen und Stadtwerken voran. Ende 2025 haben wir in Bayern 3,5 GW Batteriespeicher in Betrieb mit einer Speicherkapazität von 5,5 GWh. In der Planung sind weitere 0,9 GW mit einer Speicherkapazität von 1,9 GW (Daten Marktstammdatenregister, Abruf 17.12.25). Und so könnte in kurzer Zeit die Leistung aller bayerischen Erdgaskraftwerke in Bayern in Höhe von 6,1 GW durch die Batteriespeicher eingeholt werden. Das ist sehr positiv. Es wird nun also höchste Zeit, dass die Staatsregierung und die Bundesregierung in die Puschen kommt. Markus Söder und seine CSU sind in Berlin mit an der Regierung. Wir haben in Bayern massive Netzprobleme, bei denen die Speicher wirklich und schnell helfen könnten. Viele Projekte kommen neu dazu und diese müssen netzdienlich sein. Die Staatsregierung muss ihren Beitrag in München und Berlin leisten, um die Weichen richtig zu stellen und echte Anreize zu setzen für einen optimalen Betrieb der Speicher.
Auf Bundesebene gilt es ein Reifegradverfahren für den Netzzugang zu etablieren, damit die Netzbetreiber nicht weiter nach dem Windhundprinzip entscheiden müssen. Zudem brauchen wir lokale bzw. regionale Preissignale, um eine echte Netzdienlichkeit der Speicher anzureizen.
Was uns nicht weiterhilft, sind inhaltsleere Hochglanzbroschüren, wie die bayr. Speicherstrategie. Im Juni 2024 wurde sie von Wirtschaftsminister Aiwanger und dem Kabinettt verabschiedet. Auf 12 Seiten wurde festgehalten, was getan werden soll. Vor allem zeigte der Wirtschaftsminister aber auf andere, die etwas tun sollen. Bei den wenigen und dürftigen Maßnahmen vor der eigenen Haustüre, ergibt sich über ein Jahr nach Verabschiedung der Strategie das Bild: Große Ankündigungen, Null Umsetzungen.
Dabei sind Speicher ein so wichtiges Element, um unsere Stromnetze zu entlasten und Strom aus erneuerbaren Energien zu nutzen und nicht abzuregeln. Der Anteil an Solarstrom, der abgeregelt werden muss, steigt in Bayern von Jahr zu Jahr.
Aber sieht man sich die Maßnahmen in der Strategie genauer an, so kann man bei keinem Vollzug melden. Und auf meine Nachfrage (SAN unten) inwieweit die Staatsregierung Speicherausbau unterstützt und anreizt, beschränkt sich die Antwort darauf, dass Anreize geprüft werden, Förderprogramme nicht notwendig sind und der Minister am 26.5.25 einen runden Tisch veranstaltet hat. Von Pilotvorhaben zur systemdienlichen Nutzung von Großbatteriespeichern oder Forschungsprogrammen für Energiespeichern, wie es in der Speicherstrategie vorgesehen ist, kein Wort. Meine Detailfragen zu Betriebsweisen und Netzdienlichkeit kann oder will die Staatsregierung nicht beantworten. Sie tappt komplett im Dunkeln. Da fragt man sich schon, was so eine Speicherstrategie ausser einer schönen Hochglanzbroschüre denn bringen soll.
Konkrete Maßnahmen kann die Staatsregierung nicht vorweisen. Mein Antrag zu einem Nachrüstprogramm für geförderte Heimspeicher wurde abgelehnt. Dabei hat die Staatsregierung unter Aiwanger das große 10.000 Häuser Förderprogramm allein auf die Förderung von Heimspeichern ausgerichtet. Leider wurde damals die millionenschwere Förderung nicht mit der Auflage verbunden, dass die Speicher netzdienlich sein sollen. Und so haben wir nun mehrere 10.000 Heimspeicher gefördert mit Steuergeldern in den bayerischen Kellern stehen. Unserm Stromnetz und der Kosteneinsparung beim Netzausbau bringen diese Speicher sehr wenig. Man hätte das Fördergeld viel besser einsetzen können.
Meine schriftliche Anfrage zum Thema Speicher
Unser Antrag zu Speicher im 20 kV Bereich
Antrag zu Nachrüstung Heimspeicher aus dem Jahr 2024




