13.07.2018

Klimafolgen - Was auf uns zukommt

Professor Thomas von der Universität Bayreuth hat gemeinsam mit Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion und mir einen Klimafolgen Informationsabend in Bamberg gestaltet.
© Foto: eigene Aufnahme
© Foto: eigene Aufnahme

Der Meteorologe aus Bayreuth hat dabei die Heftigkeit der bereits stattgefundenen Klimaverschiebung verdeutlicht. In Deutschland ist der Temperatur-Mittelwert 1,4°C höher als 1880. In Bayreuth gibt es ebenfalls eine sehr lange Klimareihe, die bis ins Jahr 1880 zurückreicht. Seit 1947 waren alle Monate um mindestens 1°C wärmer. Obwohl Bayreuth verhältnismäßig kühle Temperaturen aufweist, gibt es keinen Monat mehr, der eine Mitteltemperatur unter 0°C aufweist. Die kältesten Tage sind sage und schreibe 4°C wärmer als die kältesten Tage vor 60 Jahren.

Das ist nachteilig für die Landwirtschaft, denn zunehmend bleibt der Kältereiz für die Pflanzen komplett aus. Für mache Nutzpflanzen, wie z.B. Apfelbäume werden aber keine Blütenbildung ohne Kältereiz beginnen. Deshalb gibt es in südlichen Breiten auch keine Apfelbäume.

In den Top Ten der wärmsten Jahre fallen auf den Zeitraum 1997-2016 insgesamt 8 Jahre. Professor Thomas lenkte aber die Aufmerksamkeit auf die Maxima und Minima. Die Durchschnittstemperaturen und Durchschnittsniederschläge eines Jahres sind nicht so entscheidend. Auch wenn das Mittel am Ende im Schnitt liegt, können die Minima und Maxima extrem sein und sehr nachteilig für Mensch und Natur wirken. Der April ist nach seinen Aufzeichnungen der Monat mit den stärksten Abweichungen.

Die Maxima sind bei den Temperaturen sehr nachteilig, denn mit jedem Grad Zunahme steigt die Mortalitätsrate um das Doppelte.

Bei den Niederschlägen gibt es keinen eindeutigen Trend für das Jahresmittel. Allerdings starke Verschiebungen innerhalb der einzelnen Monate. Der Monat April ist heute weitaus trockener als noch in den 90er Jahren. Die Starkregenereignisse haben zudem stark zugenommen. Ein Starkregenereignis hat mehr als 20 mm Niederschlag am Tag (20 l/m2). Laut den Auswertungen von Prof. Thomas nahm die Anzahl der Tage mit Starkregenereignissen stark zu. Besorgniserregend ist die Zunahme der Stärkstregenereignisse im Januar, da der Regen eventuell auf gefrorenen Boden fällt und rein oberflächlich abfließt. Der zunehmende Starkregen im Mai verstärkt den Oberflächenabfluss und fehlt massiv den Pflanzen. Die Frühjahrsdürre verstärkt sich. Zunehmender Starkniederschlag im September und Oktober kann bei abgeernteten Feldern Erosionsschäden und Verlust der Ackerkrume bewirken.

Die Kombination von hohen Temperaturen und Frühjahrs- und Sommertrockenheit ist fatal für Land- und Forstwirtschaft. Im Jahr 2018 hatten bereits die Monate April, Mai und Juni einen sehr hohen Wärmeüberschuss von 3 - 6°C. Die Verdunstung ist entsprechend hoch. Fällt dann noch der spärliche Regen als Starkregen, bleibt für die Pflanzen kaum pflanzenverfügbares Wasser übrig. Die Bodenfeuchte nimmt dann kontinuierlich ab mit sehr negativen Folgen.

 Mein Vortrag als pdf

→ Vortrag von Professor Thomas

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