03.10.2018

Juwel des Naturschutzes vor den Toren Ansbachs

Informativer Spaziergang durch das Naturschutzgebiet am Scheerweiher. Das gern besuchte Naherholungsgebiet bietet über 60 Vogelarten und andern selten gewordenen Tieren eine optimale Heimat.
Foto: Oliver Rühl

Das Naturschutzgebiet am Scheerweiher ist ein wahres Juwel direkt vor den Toren Ansbachs. Viele Ansbacher genießen das 52 ha große Naherholungsgebiet für Spaziergänge. Der Scheerweiher ist seit dem Jahr 1990 ein Naturschutzgebiet und bietet über 60 Vogelarten, die hier brüten, eine optimale Heimat. 

Seltene Tierarten

Selten gewordene Insekten, Amphibien und Pflanzen finden hier ein Zuhause. Neben vielen, vielen seltenen Vogelarten gibt es auch eine Erdkrötenpopulation mit 5000 Tieren. Der Fischadler ist im Frühjahr oft zu beobachten, der Eisvogel ist regelmäßiger Gast. In den alten Hutungseichen findet sich der sehr seltene Eremit, eine Käfer, der auf starkes Totholz angewiesen ist.

Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet

In Mittelfranken gibt es rund 60 Naturschutzgebiete. In Ansbach ist der Scheerweiher das einzige Naturschutzgebiet. Für einen guten Schutz unserer Tier- und Pflanzenwelt müssen wir unsere Anstrengungen noch steigern, denn die Rote Liste für gefährdete Tiere und Pflanzen wird in Bayern immer länger. Mittlerweile sind rund 50% der Tier- und auch 50% der Pflanzenarten gefährdet. Naturschutz und Artenschutz brauchen einen größeren Stellenwert in Bayern. So wäre auch ein dritter Nationalpark in Bayern überaus wichtig. 

Um den Zustand des Artenschutzes zu thematisieren, hatte ich am vergangenen Mittwochnachmittag gemeinsam mit dem Ortsverband der GRÜNEN zu einem Spaziergang eingeladen. Unter fachkundiger Führung von Harro Werner, Naturschutzwächter aus Ansbach, führte der Spaziergang entlang des Damms zum Weg entlang des nördlichen Ufers. 

Zirpen, summen, brummen, zwitschern, rascheln -  am Scheerweiher kann man dem Klang der Natur lauschen. Herrlich. Harro Werner, der Experte vom Landesbund für Vogelschutz, hat die Einmaligkeit des flachen Weihers herausgestellt. Der Artenreichtum ist sehr groß. Eine regelmäßige Pflege ist dafür aber notwendig. So sollte in naher Zukunft der zunehmenden Verlandung mit einer Entschlammung entgegengewirkt werden. 

Artensterben stoppen

Was mir besonders wichtigist: „Wir GRÜNEN wollen das Artensterben stoppen so schnell es geht. Bayern braucht ein Artenschutzgesetz, dies haben wir in den bayerischen Landtag eingebracht. Die unteren Naturschutzbehörden und die wichtige Tätigkeiten der Ehrenamtlichen und der Naturschutzwächter sind zu stärken. Der Erhalt der Artenvielfalt ist für stabile Ökosysteme eine Grundvoraussetzung.“



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