14.01.2020

Windkraft braucht echte Wiederbelebung – 10H muss weg!

Erst gingen die Genehmigungsanträge auf nahezu Null zurück und dann der Ausbau. Im ganzen Jahr 2019 wurden in Bayern nur zwei Anlagen neu gebaut.
Ergebnis von fünf Jahren 10H Windkraft Blockade Gesetz ©Eigenes Schaubild

Der Anteil der erneuerbaren Energien ist deutschlandweit im Jahr 2019 auf über 42 Prozent geklettert. Es war ein sehr gutes Windjahr und das große Plus von vier Prozent ging fast zu 100 % auf die Windkraft zurück.

Windkraft, das Arbeitspferd bei den Erneuerbaren Energien

Die Windkraft war 2019 das Arbeitspferd bei den Erneuerbaren und diese Rolle kommt ihr auch in Zukunft zu - in Kombination mit der Solarkraft.

Umso bedauerlicher ist es, dass in ganz Bayern, der Ausbau komplett zum Stillstand gekommen ist, wie in der FLZ am 20.12.19 ausführlich berichtet wurde. 

Windkraft nicht weiter abwürgen

Die Windkraft braucht eine echte Wiederbelebung – sie hat durch die 10 H-Regelung einen vernichtenden K.O.-Schlag bekommen. 5 Jahre lang wurde sie jetzt ausgezählt – aber kein Lebenszeichen mehr. Erst gingen die Genehmigungsanträge auf nahezu Null zurück und dann der Ausbau. Im ganzen Jahr 2019 wurde in Bayern nur 2 Anlagen neu gebaut – das sind nicht mehr als letzte Zuckungen des kranken Patienten. Eine Abschaffung der 10 H Regelung ist zwingend notwendig, um das enorme Potenzial so schnell wie möglich wieder zu erschließen. 

Ohne Windkraft keine Energiewende

Ohne die Windkraft schaffen wir keine Energiewende – Bayern musste im Jahr 2018 erstmals Strom importieren – und dann gleich enorm viel: knapp 15 % seines Stromverbrauchs.

10 H hat der regionale Planungsverband Westmittelfranken, in dem ich selbst Mitglied bin, Vorrang- und Vorbehaltsflächen für Windkraft ausgewiesen. Immer in Absprache mit den Kommunen. Es kam nie vor, dass gegen den Willen einer Kommune eine Fläche ausgewiesen wurde. 

Jedes Windrad muss einem umfassenden Genehmigungsprozess durchlaufen. Ich war als Umweltingenieur an der Genehmigung der vier Ansbacher Windkraftanlagen beteiligt. Die notwendigen Unterlagen füllten viele Aktenordner, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger war umfassend. Die 10H-Regelung hat keinerlei Verbesserungen gebracht – im Gegenteil: wenn gesagt wird, dass zu etwas ein Abstand von 2000 m notwendig sei, dann werden Befürchtungen geschürt nach dem Motto „das muss ja ganz schon gefährlich sein, wenn man da so einen Abstand braucht“. 

Eine gute Planung, ein breiter Beteiligungsprozess und das konsequente Setzen auf Bürgerwindanlagen sind der Schlüssel für mehr Akzeptanz. Ein pauschaler Abstand hilft da nicht, wie nun selbst Innenminister Seehofer zugeben musste. 

10H muss weg

Die CSU/FW Staatsregierung muss deshalb endlich 10H abschaffen und die GROKO muss die EU-Regelung umsetzen, nach der Bürgerwindkraftprojekte bis zu drei Anlagen auch außerhalb der Ausschreibung möglich sind. 

Dann ging es wieder aufwärts und die Windkraft könnte dann ihren wichtigen und notwendigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele beisteuern.

Hintergrundinfos:
Wind erzeugte mit 127 TWh mehr als Sonne, Wasser und Biomasse zusammen – man sollte die einzelnen Erzeugungsformen aber nicht gegeneinander auspielen – jede hat ihre Stärken – nur der Mix liefert eine sichere Energieversorgung
Erzeugung EE 2019 – Quelle:
 agora Energiewende 

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