03.03.2022

Weltklimarat warnt: „Die Zeit zu handeln läuft uns davon“

Es finden sich eindringliche Botschaften im neuen IPCC-Bericht der vereinten Nationen: Stärkeres Handeln ist dringend geboten.
©Bild: geralt; pixabay.com

Am 28.02. stellte die Arbeitsgruppe II des Weltklimarats ihren sechsten IPCC-Sachstandsbericht 2022 vor. Der Bericht, der den Titel „IPCC WG2: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit“ beschreibt auf knapp 3700 Seiten den aktuellen Forschungsstand zu den Folgen der Klimaerwärmung. Die Experteneinschätzung zeichnet ein „düsteres Bild“.

„Viele Veränderungen aufgrund vergangener und künftiger Treibhausgasemissionen sind über Jahrhunderte bis Jahrtausende unumkehrbar, insbesondere Veränderungen des Ozeans, von Eisschilden und des globalen Meeresspiegels. *

„Die Folgen und Risiken des Klimawandels werden immer komplexer und schwieriger zu bewältigen. Vielfältige Klimagefahren werden gleichzeitig auftreten, und vielfältige klimatische und nicht-klimatische Risiken werden wechselwirken, was zu zusammengesetzten Gesamtrisiken und Risikokaskaden über Sektoren und Regionen hinweg führt. Einige Maßnahmen in Reaktion auf den Klimawandel führen zu neuen Folgen und Risiken.“ **

Im IPCC-Bericht werden auch Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung angemahnt. Denn auch bei einer Temperaturerhöhung von "nur" 1,5 Grad wären die Folgen für Mensch und Natur gravierend. „Sollte die globale Erwärmung in naher Zukunft 1,5 °C erreichen, würde sie unvermeidbare Zunahmen vielfältiger Klimagefahren verursachen und vielfältige Risiken für Ökosysteme und Menschen mit sich bringen.“ **

27 Schlüsselrisiken, unter anderem die Zunahme an Hitzetoten, der Anstieg der Schäden durch Hochwasser und die verminderte Bewohnbarkeit bestimmter Regionen, werden in der Veröffentlichung identifiziert. 

Der Zeitraum, das Ruder beim Klimaschutz noch herumzureißen, ist äußerst begrenzt. Wenn wir das 1,5 Grad Ziel noch irgendwie erreichen wollen, dann müssen wir jetzt dafür sorgen, dass die Emissionen steil abfallen.

Für Bayern bedeutet das: Wir brauchen ein breites Maßnahmenpaket für die energetische Sanierung, für die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Und natürlich brauchen wir einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien. Strom wird der Brennstoff der Zukunft – auch bei der Mobilität und beim Heizen. Die Staatsregierung muss endlich die Blockaden lösen und über ein ambitioniertes Klimagesetz, ein Wärmegesetz, eine Novelle des Landesplanungsgesetz die Weichen für die Energiewende stellen.

Gleichzeitig müssen wir schnell Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung ergreifen und uns auf Dürren, Hochwasser, Waldbrände und Stürme einstellen. 

Es ist an der Zeit jetzt zu handeln!

 

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