18.07.2018

Podiumsdiskussion Friedenskirche Ansbach

Podiumsteilnehmer Foto: privat Guenter Schmidt; Feuchtwangen

Das Sprechergremium der Asylhelferkreise und die Integrationskonferenz Stadt und Landkreis Ansbach hatte für den 18. Juli 2018 zum Fachgespräch „Perspektive Integration“ eingeladen.

Angesprochen waren neben Politikern der im Landtag vertretenen Parteien auch Alle, die ehren- oder hauptamtlich mit der Integration der zu uns geflüchteten Menschen und ihren oft existentiellen Problemen zu tun haben – Mitarbeitende in Kommunen, Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Kirchengemeinden.

Im vollbesetzten Saal der Ansbacher Friedenskirche kam es zu einer guten und weitgehend sachlichen Diskussion mit dem Schwerpunkt: Arbeitsmarktsituation für Flüchtlinge.

Flüchtlinge selbst wie der junge Afghane Sami Ahmadi aus Rothenburg sprachen ihre konkrete Situation deutlich an – sie haben sich alle Voraussetzungen erarbeitet, um einen Beruf zu erlernen und anschließend in ihm zu arbeiten. Fehlende Ausbildungs- und Arbeitserlaubnisse stehen dem entgegen.

Ehrenamtliche Flüchtlingshelferinnen und -helfer zeigten in der Diskussion sehr anschaulich auf, dass es bei der Vermittlung in Ausbildung und Arbeit immer wieder zu absurden Situationen kommt. Die Jugendlichen haben in Berufsintegrationsklassen zwei Jahre lang deutsch gelernt, Betriebspraktika absolviert, oft einen Ausbildungsplatz gefunden, und nun müssen sie aufgrund rechtlicher Bestimmungen alle Hoffnungen begraben und sind zum Nichtstun verdammt. Der Aufenthaltsstatus des Einzelnen ist alleine entscheidend – Integrationsleistungen zählen nicht. Die Ausländerbehörden gerade hier bei uns entscheiden sehr unnachgiebig; selbst bei nachweislich erbrachten Bemühungen um beispielsweise eine Geburtsurkunde zur Identitätsklärung gibt es keine Genehmigung. Das frustriert die Betroffenen und alle HelferInnen sehr und findet keinerlei Verständnis. Auch, dass bei den Ermessensentscheidungen der Behörden in der Regel die aktuelle Anerkennungsquote des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge für den Herkunftsstaat des Ausländers eine solch entscheidende Rolle spielt, stand enorm unter Kritik.

Mich macht es richtiggehend wütend, wie hier mit integrationswilligen jungen Menschen verfahren wird, die in Berufen arbeiten wollen, die bei uns dringend benötigt werden – ob als Handwerker, Alten- oder Krankenpfleger o. ä. Das macht keinen Sinn, weder für die Betroffenen noch für unsere Wirtschaft und unser Handwerk, die dringend motivierte Bewerber brauchen.



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