01.11.2022

Konferenz "ZukunftLAND"- Heimat ist, was wir draus machen

Neue Ideen entstehen dort, wo der Pioniergeist zu Hause ist: auf dem Land. Auf unserer Konferenz haben wir zugehört, diskutiert und viele Ideen mitgenommen. So auch in meinem Workshop "Energiewende gestalten".
Gemeinsam diskutieren, gegenseitig zuhören und zusammen überlegen, was wir für eine lebenswerte Zukunft brauchen ©Foto: Andreas Gebert
MdL Manuela Rottmann spricht auf dem Kongress ©Foto: Andreas Gebert
Kabarettistischen Einlage von Franziska Wanninger und Florian Burgmayr ©Foto: Andreas Gebert
©Foto: Andreas Gebert

Neue Ideen entstehen dort, wo der Pioniergeist zu Hause ist: auf dem Land. Auf der „ZukunftLAND“ - Konferenz der Grünen Landtagsfraktion in Hirschaid am 29.11.2022 trafen sich Pioniere des ländlichen Raums, um sich gemeinsam über die Transformation vor Ort auszutauschen.

Schon vor Beginn der Veranstaltung wurde deutlich: Der Veranstaltungsort ist ein Paradebeispiel für die Umsetzung von Visionen zur Gestaltung des ländlichen Raums. Bei einer Führung durch den Energiepark erklärt Inhaber Frank Seuling den Besucher*innen, wie das damals brachliegende Industriegelände zu einem nachhaltigen Veranstaltungszentrum umgebaut wurde. 

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Bayrischen Landtag eröffnet die Veranstaltung und stellt in der Begrüßung den Zusammenhang zwischen Engagement im Heimatort und dem Gefühl der Heimat her. So habe er durch den Einstieg in ein kommunalpolitisches Amt in seinem Heimatdorf ein stärkeres Heimatgefühl bekommen. Des Weiteren sprach Hartmann auch Probleme wie Flächenfraß an und hob die Bedeutung von Fläche auf dem Land hervor. 

Nach einer kabarettistischen Einlage von Franziska Wanninger und Florian Burgmayr hielt Manuela Rottmann, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die Hauptrede. Manuela Rottmann machte auf die dringend notwendige Mobilitätswende im ländlichen Raum aufmerksam. Das Ziel sei, vom eigenen Privat-PKW wegzukommen und stattdessen die ÖPNV-Nutzung stark auszubauen. Rottmann merkte an, dass Autos den Eigentümer*innen sehr viel kosten würden und wir mit nur einem kleinen Teil der Kosteneinsparungen einen enormen Schritt beim Ausbau des ÖPNVs schaffen könnten. Die Vorstellung, wir seien auf dem Land auf das Auto angewiesen, sei veraltet. 

Es folgte eine kurze Vorstellung von sieben Themenworkshops mit den Themen Gemeinschaft, Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Energiewende, Ernährung/Landwirtschaft und Bildung durch sieben Landtagsabgeordnete.

Zusammen mit der Parlamentarischen Beraterin Laura Weis aus der Energie AG moderiertn ich den Workshop „Energiewende gestalten, Wertschöpfung steigern – Nachhaltige Energieversorgung auf dem Land“.  

Zu Beginn begrüßten wir Lisa Badum, Mitglied des Deutschen Bundestages, und Impulsgeber Ludwig Friedl, Vorsitzender der Bayerischen Energieagenturen e.V.. Ludwig Friedl informierte die Teilnehmenden darüber, dass es in Bayern an 14 Standorten Energieagenturen gibt. In der Geschäftsstelle in Regensburg sind 26 Mitarbeiter*innen angestellt. Die Geschäftsstelle trägt den Namen Rubina, ist ein Holzbau und selbst versorgt mit Erneuerbaren Energien. Herr Friedl betont, dass der erste Schritt der Energiewende, nämlich die aktuelle Lage anzuerkennen, noch nicht getan sei. Der Anteil der Energieproduktion aus Erneuerbaren Energien an der insgesamt in Bayern produzierten Energie betrage nur 20 Prozent. Die restlichen 80 Prozent seien auf Fossile Energieträger zurückzuführen. Der Freistaat Bayern sollte seiner Meinung nach eine Vorbildrolle einnehmen und alle Liegenschaften auf die Versorgung mit Erneuerbare Energien umstellen. Friedl appelliert zu folgender allgemeinen Vorgehensweise bei der Energiewende: Einsparen, Ausbauen, Kompensieren.

Die Aufgabe der Kommunen sei es jetzt, Bürgerenergiegenossenschaften zu gründen. Des Weiteren schlägt Friedl vor, Bayern solle eine Solarfabrik gründen, an der sich jede Kommune beteiligen könne. Im Gegenzug könnten die Kommunen dann Kollektoren bekommen. Die Wertschöpfung des Herstellungsprozesses bliebe so im Bundesland.

Die Teilnehmer*innen tauschten sich im Anschluss über die Frage aus, was eine gelungene Energiewende ausmacht. Beim Zusammentragen wurde gleich deutlich, wie wichtig es den Bürger*innen ist, die Wertschöpfung vor Ort zu behalten und keine Geschäfte mit großen externen Investoren abzuschließen. Die Energiewende solle in Bürgerhand bleiben, nur so könne man Akzeptanz für die nötigen Veränderungen schaffen. 

Die Meinungen wurden immer wieder zusammengetragen und daraus neue Gesprächsthemen gefiltert. So wurde unter anderem auch über die Themen 100 Prozent Klimaneutralität oder sozial gerechte Energiewende diskutiert.

Zum Schluss wurden Maßnahmen aufgeschrieben. So sollen beispielsweise Regionalwerke gegründet werden, um auch die Vermarktung des Stroms in der Region zu halten.

Alle Ergebnisse der Themenworkshops wurden danach in Kürze im Plenum vorgestellt.

Nach einer kurzen bundespolitischen Einordnung durch Heiko Knopf, stellv. Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, ergriff Ludwig Hartmann für ein abschließendes Fazit das Wort.

Insgesamt nahmen 200 Personen an der Konferenz teil. Die Politiker*innen nehmen viele Ideen und Anregungen mit in Ihre Arbeit im Landtag! Und sie nehmen mit, dass Bürger*innen in ganz Bayern anpacken und mitgestalten wollen! Heimat ist, was wir draus machen – zusammen im Team!

 



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