08.02.2019

Keine Verbesserung bei den roten Listen - Artenschwund jetzt beenden

Eigene Grafik - Quelle Daten: LfU

Die bayerische Staatsregierung hat sich im Jahr 2008 in der bayerischen Biodiversitätsstrategie 2020 zum Ziel gesetzt, für mehr als der Hälfte der gefährdeten Arten Bayerns eine Verbesserung der Gefährdungssituation zu erreichen. Um wenigstens eine Stufe sollten die gefährdeten Arten innerhalb der Kategorisierung der Roten Liste sich verbessern, also z.B. von Stufe 2 „stark gefährdet“ auf Stufe 3 „gefährdet“. Für die Populationen der Tagfalter, Heuschrecken, Säugetiere, Libellen und Vögel wurden in den letzten Jahren aktuelle Erhebungen getätigt. Insgesamt waren von den 581 untersuchten Arten 234 Arten als ungefährdet eingestuft (40 %), 262 wurden als gefährdet eingestuft (45 %) und bei 85 Arten wurde eine Vorwarnung gegeben bzw. es konnte keine Aussage getroffen werden (15 %).

Laut der eigenen Zielsetzung der Staatsregierung müsste also bei der Hälfte der 262 gefährdeten Arten, also bei 131 eine Verbesserung bis 2020 eintreten. Diese Woche habe ich die Antwort auf meine entsprechende Anfrage erhalten. Die Staatsregierung schreibt: „Bei den genannten Artengruppen Tagfalter, Heuschrecken, Säugetiere, Libellen und Vögel stehen in der Summe der realen Kategorieänderungen im Vergleich der aktuellen Roten Liste zur Vorgängerfassung 52 positive Veränderungen 46 negativen Veränderungen entgegen“.  

Das heißt, dass nur in 6 Fällen eine Verbesserung eingetreten ist. Das Ziel war eine Verbesserung in 131 Fällen. „Das ist ein Scheitern auf ganzer Linie. Die Staatsregierung macht jedoch keinerlei Anstalten aus diesem Scheitern zu lernen. Dem täglichen Artensterben wird weiter zugesehen. Ausgestorben sind in den letzten Jahren Arten wie die Mond Azurjungfer, der blauschwarze Eisvogel (ein Tagfalter) oder die Heideschrecke. Als Brutvogel ist die Kornweihe und der Brachpieper nicht mehr in Bayern zu finden. Und vor unserer Haustüre macht das Artensterben ebenfalls nicht Halt: Allein am Hesselberg sind seit dem Jahr 1848 89 Pflanzenarten ausgestorben. Das Artensterben geht Tag für Tag weiter. Jetzt ist es höchste Zeit für eine Änderung. Wir müssen hier alle an einem Strang ziehen, den Umgang mit unserer Natur ändern, Fehlentwicklungen erkennen und abstellen. Es geht darum schnell etwas zu ändern. Das Volksbegehren ist dafür ein erster, wichtiger Schritt“, so Stümpfig.

Antwort auf meine Anfrage zum Plenum.


14.02.2019: Erfolg des Volksbegehrens ist klare Botschaft

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