07.08.2019

Kein einziges Windrad für Bayern

Geringster Zubau für Windenergieanlagen an Land in Deutschland seit Einführung des EEG im Jahr 2000. Bayern bei den Schlusslichtern – im ersten Hlbjahr 2019 wurde kein einziges erreichtet!
Wir brauchen mehr Windräder in Bayern ©Foto: Wolf_Kehrstephan

Nach den im Auftrag des Bundesverbands WindEnergie (BWE)* und VDMA* erhobenen Zahlen erfolgte in den vergangenen sechs Monaten der geringste Zubau für Windenergieanlagen an Land seit Einführung des EEG im Jahr 2000. 

Gerade einmal 86 neue Windräder wurden dieses Jahr in Deutschland zugebaut. Das ist ein Rückgang von 82% im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahreszeitraum. Die Zahlen bleiben zudem deutlich hinter der im EEG vorgesehenen jährlichen Ausbaumenge zurück. In Bayern wurde kein einziges errichtet!

So schaffen wir die Energiewende nie

Von durchgeführten Ausschreibungen hat Bayern dieses Jahr einen einzigen Zuschlag erhalten – das ist eine Anlage in der Stadt Ansbach. Hier habe ich bis 2013 als Umweltingenieur noch die Vorbereitungen für diese Anlage geführt. 

10H muss weg

Die Ausschreibungen sind heuer massiv unterzeichnet. Das würde eigentlich eine Riesenchance für Bayern bieten. Man könnte stets das Höchstgebot bieten (rund 6,2 Cent / kWh + 29 % Zuschlag = 8,0 Cent/kWh) und bekäme eine sehr gute Rendite. Wenn, wenn da nicht 10H wäre... 

Neben Bayern, sind im ersten Halbjahr auch in Hessen, dem Saarland sowie in Bremen, Hamburg und Berlin keine neuen Windenergieanlagen errichtet worden. Die meisten neuen Anlagen sind in Rheinland-Pfalz gebaut worden, danach folgte Niedersachsen. 

Der BWE rechnet für das Gesamtjahr 2019 höchstens mit einem Zubau von insgesamt 1.500 Megawatt. Zum Vergleich: zwischen 2014 und 2017 sind jährlich durchschnittlich rund 4.600 Megawatt zugebaut worden. 

Dabei ist die Perspektive für die globale Windindustrie durchaus positiv – nur wird sie in Deutschland durch die politischen Rahmenbedingunen ausgebremst.

Bremserpolitik

" Wir können es uns nicht erlauben, den Lastenträger des künftigen Energiesystems weiterhin in dieser Form auszubremsen“, sagte BWE-Präsident Hermann Albers, der Präsident des BWE. „Die Genehmigungsverfahren müssten einfacher und schneller werden.“ Er verweist dabei auf den Aktionsplan der BWE.

Die Bundesregierung gefährdet mit ihrer Politik nicht nur massiv die Klimaziele, sondern auch den Industriestandort Deutschland mit 160.000 zukunftsfähigen Jobs in der Windbranche.

Fünf Maßnahmen für die Windenergie

Um den Ausbau der Windenergie in Deutschland wiederzubeleben und den Klimaschutz voranzubringenschlagen, schlagen die Grünen im Bundestag fünf Sofortmaßnahmen vor:

  • Sichere Standorte für Windenergie durch mehr Flächenausweisung:
  • Ausschreibungsmengen verdoppeln, Repowering ermöglichen und dezentrale Windenergie-Projekte ohne kompliziertes Ausschreibungsverfahren zulassen
  • Rechtssicherheit für Windausbau und Naturschutz schaffen
  • Wohlstand durch Windkraft stärken, Kommunen finanziell beteiligen
  • Flugsicherung kompatibel zum Ausbau der Windenergie umgestalten

→ Zum GRÜNEN Positionspapier kommen Sie hier
 

*VDMA Maschinen und Anlagebau: größte Netzwerkaorganisistion des Maschinenbaus: zum Thema 

*BWE: Bundesverband für Windenergie e.V.: zum Thema

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