12.12.2019

Gemeinsam mit neuer Energie

Beim diesjährigen Energiekongress in Passau haben wir uns über den aktuellen Stand, weitere Entwicklungen und Möglichkeiten bei der Energiewende, mit Sonne, Wind und Co. informiert und gemeinsam diskutiert.
Energiekongress Passau
Martin Stümpfig, MdL beim Energiekongress in Passau (Foto: Hermann Schoyerer)

Zusammen mit MdL Toni Schuberl und mit Stefanie Auer aus dem Vorstand des KV Passau-Stadt habe ich durch den Tag geführt.

Am Ende der Veranstaltung stand eine junge Delegation der örtlichen Fridays For Future Rede und Antwort. Denn, je deutlicher der Weltklimarat warnt, je mehr Menschen für echten Klimaschutz auf die Straße gehen, desto lascher werden die Maßnahmen der Staatsregierung. 

Eine kurze Zusammenfassung aller Vorträge gibt es hier:

1.   Martin Stümpfig, MdL: Bayerische Energie- und Klimapolitik

Die Folgen des Klimawandels sind überdeutlich, je nach Region verschieden und hängen global doch zusammen. Der Rückzug des Permafrosts in fernen Teilen der Welt kann hierzulande Katastrophen wie Hochwasser oder starke Regenereignisse auslösen. Bis 2030 müssen wir deshalb unseren CO2-Ausstoß um 60 Prozent vermindern, bis spätestens 2050 müssen wir klimaneutral werden. Ausschlaggebend ist, dass wir in Bayern insgesamt nicht mehr als 1.000 Mio. Tonnen Treibhausgase ausstoßen. Dieses Restbudget orientiert sich am wissenschaftlichen Bericht des Weltklimarats. 
Der Anteil der Erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität ist immer noch viel zu gering. Die Windkraft ist durch die 10 H-Regel seit 2014 regelrecht eingebrochen. Der Ausbau der Photovoltaikanlagen in Bayern ist auf anhaltend niedrigem Niveau. Der Wärmebereich, der schlafende Klimariese, ist bisher ebenfalls noch nicht geweckt worden. Wir wollen ein Saubere-Wärme-Investitionspaket, kommunale Wärmeplattformen, Energieagenturen in allen Landkreisen und ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz in Bayern. Um sofort loszulegen, haben wir ein Sofortmaßnahmenpaket mit einem 10-Punkte-Klima-Plan für Bayern vorgelegt.

Hier der Vortrag von Martin Stümpfig, MdL zum Download

2.   Georg Dasch, Sonnenhaus-Institut e.V.: Solare Eigenversorgung

Die Energiewende kann im Gebäudebereich nur gelingen, wenn ab sofort nur noch Nullemissionshäuser gebaut werden und der Gebäudebestand energetisch saniert wird. Die restliche Versorgung durch saubere Energie ist dann essenziell. Es können sowohl neue Häuser als „Sonnen“-Häuser gebaut, als auch alte Häuser saniert und zu einem „Sonnen“-Haus umgerüstet werden. Nach Berechnungen des Sonnenhaus Instituts kann jedes Haus ausreichend mit Sonnenenergie versorgt werden.

Hier der Vortrag von Georg Dasch
 

3.   Franz-Josef Feilmeier, Fenecon: Stromspeicher und Energiemanagement für eine 100% Energiewende

Fenecon ist seit 2011 Partner der Energieversorger für eine 100% Energiewende mit ausschließlich Erneuerbaren Energien. Das (Weiter-)entwickeln von Stromspeichern dabei essenziell. Bei einem Haus mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kann in Verbindung mit einem Stromspeicher ein Autarkiegrad von 63% mit einem Eigenverbrauchsanteil von 40% erreicht werden. Generell können Speicher verschiedene Aufgaben übernehmen: Eigenverbrauchsoptimierung, intelligentes Energiemanagement, Notstromfunktion, Netzdienlichkeit und flexible Strommarktteilnahme. Das OpenEMS Betriebssystem mit Applikationen für Stromspeicher sorgt für ein offenes und freies Energiemanagement, das individuell gestaltet werden kann.  

Hier die Präsentation von Franz-Josef Feilmeier

4.   Andreas Engl, Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern: Energiewende im digitalen Zeitalter

Die Erzeugergemeinschaft für Energie in Bayern ist eine Vermarktungsgenossenschaft, die die Befreiung von der EEG-Umlage, die Vermeidung von Netznutzungsentgelten und eine Stromsteuerbefreiung für „grüne Netze“ fordert. Dabei soll die EE-Richtlinie der EU („Saubere Energie für alle Europäer“), die erste Stellungnahme des Bundesrates zur Stromsteuernovelle und das Klimaschutz-Maßnahmenpaket/Klimakonzept der Bundesregierung ausgebaut werden. Das Ziel ist es, höhere Einnahmen für die Erzeuger und günstigere Kosten für den Verbraucher zu schaffen. Dazu werden als Datengrundlage zum einen Gesetze, Verordnungen und Richtlinien, aber auch die Erzeugung, Netzstabilität und der Verbrauch berücksichtigt. Mit künstlicher Intelligenz kann eine sektorenübergreifende Optimierung von unten nach oben gelingen. Gemeinsam mit Stadtwerken kann so eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung für eine marktreife Energiewende in kommunaler Hand gelingen.

Vortrag von Andreas Engl

5.   Dr. Martin Köppel, KNE-Kompetenzzentrum: Konfliktlösungen beim Ausbau der Windenergie

Das Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende bietet Fachinformation, Konfliktberatung und Fachdialoge im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Nach einem Konzept von Friedrich Glasl zufolge schaukelt sich ein Konflikt in 13 Stufen von einer win-win- über eine win-lose, zu einer lose-lose Situation hoch. Das KNE versucht zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln und durch ein integriertes Konfliktmanagement Lösungsansätze zu finden. Dies geschieht zum einen durch Prävention in der Unternehmenskultur, zum anderen durch Intervention und Konfliktmanagement vor Ort. Dabei wird durch Moderationen und Mediationen versucht, Debatten zu versachlichen und Konflikte zu vermeiden. 

Die Präsentation von Dr. Martin Köppel

6.   Dipl. -Ing. Clemens Garnhartner, C.A.R.M.E.N. e.V.: Hilfe meine PV-Anlage wird 20 Jahre alt

Der C.A.R.M.E.N e.V. ist eine Koordinierungsstelle für nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz im ländlichen Raum. Um zu entscheiden, ob sich der Weiterbetrieb einer PV-Anlage lohnt, müssen zunächst die rechtliche Rahmensituation, verschiedene Nutzungsmodelle und die Maßnahmen für den Weiterbetrieb geklärt werden.
Eine abgeschriebene Anlage hat sehr geringe Stromgestehungskosten (1-4 ct/kWh). Der Weiterbetrieb lohnt sich, wenn die Umrüstkosten auf Eigenverbrauch tragbar sind und die PV-Anlage danach noch weitere Jahre hält. Das Ziel für möglichst viel Eigenverbrauch ist es, den Großteil des Stromverbrauchs in „PV-Zeiten“ zu verlagern. 

Hier der Vortrag von Dipl.-Ing. Clemens Garnhartner zum Download

 


16.01.2020: Warum die CO2-Emissionen in Deutschland gesunken sind

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