24.01.2019

Artenschwund in Bayern und vor der Haustüre

Der Einsatz für mehr Artenvielfalt ist enorm wichtig, das zeigt der Vortrag von Heinz Bussler. Auch in Feuchtwangen wurde auf meine Einladung hin ein Bündnis zur Unterstützung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen!“ gegründet.
©Foto: Eigene Aufnahme

Aus Anlass der Gründung hat Heinz Bussler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Entomologen, einen Vortrag zum Thema „Artenschwund in Bayern und vor der Haustüre“ gehalten. Der Feuchtwanger Fachexperte hat aus der Roten Liste zitiert. Die Rote Liste ist ein Verzeichnis über vom Aussterben gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. 54% der Vogelarten und 56% der bayerischen Farn- und Blütenpflanzen sind gefährdet. Bei den Fledermäusen sind es 60% der Arten und bei den Bienen und Hummeln sogar  63%.

Die Ursachen des Artenschwundes sind dabei sehr vielfältig, so Bussler. Sie reichen vom Verlust des Lebensraumes aufgrund von Flächenverbrauch, der Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen, dem Verlust der Strukturen wie Feldraine und Hecken durch die Flurbereinigung, der intensiveren Bewirtschaftung durch die Landwirtschaft mit mehrmaliger Mahd der Wiesen, hohem Düngereinsatz und verstärktem Maisanbau bis zum stark gestiegenen Einsatz von Pestiziden. Wurden 1970 deutschlandweit noch 1500 Tonnen Insektizide eingesetzt, waren es 2017 bereits 14.600 Tonnen.

Die Verluste stellte Heinz Bussler auch direkt vor unserer Haustüre fest. Hat er in den 80er Jahren noch einen seltenen Käfer, der an Schwanenblumen an den Kaltenbronner Weihern lebte, kartiert, so ist dieses einzige Vorkommen in Süddeutschland jetzt verschwunden.  Der Käferspezialist aus Feuchtwangen hat weitere Vorkommen in Bechofen, am Hesselberg genannt, die alle heute verschwunden sind. Aber auch bekanntere Arten, wie das Rebhuhn, sind heute bei uns kaum noch sichtbar.

So sind die Küken des Rebhuhns auf viel eiweißreiches Insektenfutter angewiesen, das für die Eltern aber immer schwerer zu finden ist.  „Die bayerische Staatsregierung hat vieles versprochen. So zum Beispiel den Stopp des Rückgangs der Artenvielfalt bis 2020 oder die Erhöhung der Artenvielfalt in Agrarökosystemen. Hier wurde nicht nur nichts erreicht, sondern es verschlimmert sich die Lage zusehends. Das Volksbegehren ist deshalb dringend notwendig und eine große Chance für Bayern“, so Bussler.

Ich freue mich über den großen Zuspruch zu der Veranstaltung und zur Gründung. Die AbL, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, B90/GRÜNE, SPD, BN Bund Naturschutz, Imkerverein Feuchtwangen, Obst- und Gartenbauverein Feuchtwangen, Bürgerforum Wörnitztal mit Zukunft, der Alpenverein Feuchtwangen und Wir für Feuchtwangen sind Gründungsmitglieder.

Weitere Vereine und Verbände sind herzlich willkommen. Der Einsatz für mehr Artenvielfalt ist jede Mühe wert!


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