14.07.2016

10.000 Häuser-Programm vom Kopf auf die Füße stellen

©foto:pixabay.de

Es ist ein schwerer Konstruktionsfehler des 10.000 Häuser-Programms, wenn der Einbau klimaschädlicher Heiztechnik finanziell gefördert wird. Alte dreckige Ölheizungen durch neue dreckige Ölheizungen auszutauschen, die in der Regel die nächsten 20 bis 30 Jahre in Betrieb bleiben, ist hoch klimaschädlich und verträgt sich nicht mit dem Ziel eines schnellen Umstiegs auf 100 Prozent Erneuerbare Energien.

Energie sparen und dabei das Klima schützen, dafür hatte die Staatsregierung 2015 das 10.000-Häuserprogramm aufgelegt - ein Förderprogramm für energieeffiziente Maßnahmen in privaten Gebäuden. Widersinnig dabei ist, dass dabei auch Ölheizungen gefördert werden.

In einem Antrag forderte ich daher, die Förderrichtlinien entsprechend zu ändern und Ölheizungen aus dem Programm zu nehmen. Die dadurch frei werdenden Mittel sollten dann zugunsten Erneuerbarer Energien eingesetzt werden.

Der Antrag wurde am 14.7.16 im Wirtschaftsausschuss des Landtags behandelt. Obwohl durch eine Anfrage bestätigt wurde, dass zu 85 % fossile Öl- und Gasheizungen bezuschusst wurden, sah die CSU-Fraktion keinen Anlass diese klimaschädliche Förderpolitik zu stoppen und lehnte den Antrag ab.

Aber auch der Baustein II "EnergieEffizienHaus" des Förderprogramms hat enorme Schwächen. Es ist, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann, kompliziert und bürgerunfreundlich. Die Beratung ist unzureichend und die Förderbedingungen sind schlecht erklärt. Zudem wurden bisher zu 70 % Neubauten gefördert. Wir müssen aber an den Altbau ran. Da sind die klimapolitischen Herausforderungen.

Wir müssen also das ganze Programm vom Kopf auf die Füße stellen! Zurück auf Start - Staatsregierung!  

Den Antrag "Keine Förderung klimaschädlicher Technologien - Ölheizungen raus aus dem 10.000-Häuser-Programm" können Sie hier lesen.

Einen Audio-Beitrag von Martin Stümpfig hören Sie hier


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