Die Bayerischen GRÜNEN haben den Sepp-Daxenberger-Preis an den Wissenschaftler Dr. Stefan Holzheu verliehen. Der Geoökologe hat die fehlerhafte, viel zu hohe Berechnung der Infraschall-Belastung durch Windkraftanlagen und damit ein ganz maßgebliches Argument von Windkraftgegner*innen widerlegt.
Infraschall von Windenergieanalgen ist extrem schwach und hat keine Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen. Trotzdem ist es Anti-Windkraftverbänden gelungen, Infraschall als Top-Argument gegen die Windenergie aufzubauen. Eine zentrale Rolle spielte dabei auch eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Auffällig in dieser Studie waren die hohen Infraschallpegel, die, wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe inzwischen zugeben musste, um einen Faktor 4000 zu hoch (!) waren. Obwohl es sich um einen einfachen Rechenfehler von einer Zeile handelt, hat es über ein Jahr gedauert, bis die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bereit war, den Fehler zu korrigieren“, so der Preisträger Dr. Stefan Holzheu.
„Klimaschutz gibt es nur mit einer zügigen Energiewende und die gelingt nur, wenn wir Wind und Sonne kombinieren. Leider wurde und wird die Windenergie seit vielen Jahren schlecht gemacht und blockiert. Insbesondere mit der angeblichen Gesundheitsgefahr durch Infraschall wurde Stimmung gegen Windkraft gemacht, doch dieses Argument ist nun gefallen. Dr. Stefan Holzheu hat aufgedeckt, dass jahrelang mit irrigerweise hohen Infraschalldaten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Angst gemacht wurde vor Windrädern. Seinem persönlichen Engagement, vielen Anfeindungen zum Trotz, ist es zu verdanken, dass die Zahlen endlich korrigiert wurden und dem Ausbau der Windenergie neuer Schwung verliehen wurde. Stefan Holzheu hat einen herausragenden Beitrag für eine freie Wissenschaft und mehr Klimaschutz geleistet und dafür zeichnen wir ihn mit dem Sepp-Daxenberger-Preis aus“, sagt Thomas von Sarnowski, Parteivorsitzender der bayerischen GRÜNEN.
Seit 2011 verleihen die bayerischen GRÜNEN unter dem Motto „Verändern, um zu bewahren“ den Sepp-Daxenberger-Preis. Alle zwei Jahre erinnern sie damit an die Person und das Wirken des GRÜNEN-Politikers Sepp Daxenberger. Er ist im August 2010 an einer Krebserkrankung verstorben. Mit dem Preis werden Organisationen oder Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und die Bewahrung unserer gesellschaftlichen Werte einsetzen.
Die Energiewende ist nicht nur ein technisches oder wirtschaftliches Projekt – sie ist ein gesellschaftliches. Gerade in ländlichen Regionen, wo Windräder, Solarparks und Leitungen gebaut werden, brauchen wir Transparenz, Mitsprache und echte Teilhabe. Nur wenn die Menschen vor Ort mitgestalten und profitieren, entsteht die nötige Akzeptanz für eine klimafreundliche Zukunft und können eine faire und effiziente Energiewende umsetzen.
Bürgerenergiebeteiligungsgesetz
Aus diesem Grund arbeiten wir schon im Landtag seit langem an einem Bürgerenergiebeteiligungsgesetz [Verlinkung Artikel] für Bayern. Ein erster Entwurf wurde bereits vorgelegt. Das ist ein konkreter Vorschlag, wie die Beteiligung von Bürger*innen gelingen kann: Mit flexiblen Beteiligungsmodellen, klaren Regeln und wenig Bürokratie wollen wir dafür sorgen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt – und die Energiewende gerecht und effizient umgesetzt wird. Denn nur gemeinsam wird sie zum Erfolg.
