27.09.2016

Verzögerungen beim Netzausbau: Seehofer-Säumnisaufschlag für Stromkunden

Nach der Vorstellung der Tennet-Pläne für die Gleichstromtrassen SüdLink und SüdOstLink: Erdverkabelung wurde lange von der CSU blockiert - Ministerpräsident hat damit Vorbehalte gegen Energiewende geschürt.

Mit den Verzögerungen bei Planung und Bau der Leitungen hat Horst Seehofer den Bürgerinnen und Bürgern einen Bärendienst erwiesen. Da diese nun drei Jahre später fertiggestellt werden, als geplant, kommen auf die Stromkunden aufgrund teurer Ausgleichsmaßnahmen gegen Netzschwankungen (Stichwort "Redispatch") erheblich höhere Netzentgelte zu. Das ist ein Seehofer-Säumnisaufschlag, den die Menschen in Bayern deutlich im Geldbeutel spüren werden.

Die nun angestrebte Erdverkabelung wurde von Grün-mitregierten Ländern viel früher im Bundesrat gefordert, von der CSU seinerzeit aber blockiert.

Ob sich die Bürgerinnen und Bürger vor Ort nun für den zum Gelingen der Energiewende wichtigen Netzausbau gewinnen lassen, wird sich zeigen.

Horst Seehofer hat sich breitbeinig hingestellt und behauptet: "Diese Leitungen brauchen wir nicht". Er hat damit Vorbehalte gegen die Energiewende geschürt und den Menschen vor Ort falsche Hoffnungen gemacht.

Bei der weiteren Planung der konkreten Trassenverläufe muss sich auch die CSU endlich ehrlich machen.

Wir brauchen diese Hauptschlagadern für die Energiewende in Deutschland.
Die neuen Stromleitungen sind wichtig für das Gelingen der Energiewende. Sie bringen sauberen Windstrom aus dem Norden zu uns in den Süden und der überschüssige Strom muss dann nicht aufwändig gespeichert werden.

Weil die CSU den Ausbau der erneuerbaren Energien in Bayern fast vollständig ausgebremst hat, wird Bayern im nächsten Jahrzehnt immer häufiger von Stromimporten abhängig. Da ist es wichtig ein stabiles Stromnetz zu haben.

Die HGÜ-Erdkabel für so eine lange Strecke sind sicher eine technologische Herausforderung, aber angesichts der Erfahrungen mit dem Anschluss der offshore-Windanlagen auch zu schaffen.

Seehofer hat mit seinen Kapriolen die gesamte Netzplanung um drei Jahre verschleppt. Das wird noch erhebliche Kosten verursachen, die einzig und allein ihm zuzurechnen sind.

Anmerkung: Das Kartenmaterial für die Diskussion um die HGÜ-Leitungen in Bayern ist von tennet für Öffentlichkeit online gestellt:



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