30.06.2015

Studie zu Quecksilber aus deutschen Kohlekraftwerken lässt nur einen Schluss zu: die Dreckschleudern müssen endlich vom Netz!

Quecksilberemissionen aus deutschen Kohlekraftwerken führen zu erhebliche Gesundheitsrisiken. Betroffen sind insbesondere schwangere Frauen und in weiterer Folge Säuglinge und Kleinkinder. Die Aufnahme des besonders problematischen Methyl-Quecksilbers (MeHg) findet hauptsächlich über den Fischverzehr statt. MeHg wird in der Biosphäre durch (mikro-)biologische Prozesse aus Quecksilber gebildet und reichert sich in den Nahrungsnetzen an. An deren Endpunkten - Raubfische, marine Raubsäugetiere und auch der Mensch - sind dann die höchsten Konzentrationen im Körper nachzuweisen. Um die Belastung des Menschen mit Methylquecksilber zu minimieren, wäre eine Verringerung des Konsums von Fischen eine mögliche Maßnahme. Dies ist aber aus verschiedenen Gründen wenig praktikabel. Zudem ist auch die positive Seite des Fischverzehrs für die menschliche Ernährung einzubeziehen. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund muss dringend der Eintrag von Quecksilber in jedweder Form in die Umwelt beendet bzw. zumindest erheblich minimiert werden.

In Deutschland stammte die Hauptemissionsfracht an Quecksilber (rund 70 %) in den Jahren 2010 bis 2012 aus dem Energiesektor, vor allem von den mit Braun- oder Steinkohle befeuerten Kraftwerken. In Deutschland waren in 2012 insgesamt 69 große Kraftwerke"¨(> 100 MW) in Betrieb, die entweder nur mit Kohle (Steinkohle/Braunkohle) oder zusätzlich mit Erdgas, Heizöl und/oder Abfall befeuert wurden. Braunkohle-Großkraftwerke mit Jahresemissionen von jeweils mehreren Hundert Kilogramm Quecksilber waren für mehr als 60 % der Quecksilberemissionen des Energiebereichs (2012: 61%; 2011: 64%) bzw. gut 40 % der Gesamtemissionen an Quecksilber in Deutschland verantwortlich.

 

Dabei dürften die Emissionsmengen des Energiebereichs eher zu niedrig angesetzt sein. So werden die jährlichen Emissionen an Quecksilber im Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister veröffentlicht. Die daraus errechneten Quecksilberemissionen aus Kraftwerken in die Luft stellen eher die Untergrenze dar, denn es gibt eine ganze Reihe von Kohlekraftwerken, deren Jahresemissionen an Quecksilber unter der Meldeschwelle von 10 kg Hg/a liegen.

Hier finden Sie die Studie.



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