30.11.2018

Immenser Flächenverbrauch im Landkreis Ansbach

Täglich werden hier 6000 Quadratmeter verbaut, versiegelt, verplant. Die Aufgabe der Politik muss es sein, einen guten Ausgleich zu schaffen – und nicht der Wirtschaft alle Wünsche von den Lippen abzulesen.
Demonstration geben Flächenfraß im Mai 2018 ©Foto: Eigene Aufnahme

Vor einem Jahr hat die Wirtschaftsförderung des Landkreises Ansbach auf Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen eine detaillierte Zusammenstellung des Flächenverbrauchs im Landkreis Ansbach erstellt.

Der Landkreis Ansbach ist in Bayern trauriger Spitzenreiter

Täglich werden im Landkreis 6000 m2 verbaut, versiegelt, verplant.

Die Zahlen, die ich verwende, stammen entweder von der Wirtschaftsförderung oder vom bayerischen Landesamt für Statistik, die im Jahr 2017 eine Steigerung des täglichen Flächenverbrauchs in Bayern von 9,1 ha im Jahr 2016 auf 11,7 ha im Jahr 2017 feststellten.

Angesichts der Debatte über diese Zahlen, werde ich im Kreistag den Antrag auf eine Aktualisierung der Daten stellen, da anscheinend der tägliche Flächenfraß – und als etwas anderes kann man es bei dieser Dimension nicht mehr bezeichnen- immer noch nicht erkannt wird.

Landwirtschaftliche Fläche geht verloren

Diese Fläche wird 1:1 der landwirtschaftlichen Nutzfläche entzogen. Deshalb ist die Aussage vom Vorsitzenden des Ansbacher IHK-Gremiums Wolfgang Högner, dass „ein gut aufbereitetes Gewerbegebiet ökologisch wertvoller sei als ein intensiv genutzter Maisacker“ sehr einseitig und verkennt die sich zuspitzende Lage der Landwirtschaft. Vielen Landwirten wird buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen, weil Gemeinden Flächen aufkaufen, Pachtpreise immer mehr steigen und unsere Landwirte auf der verbleibenden Fläche noch intensiver wirtschaften müssen.

Wir haben gute Beispiele, wie eine weitere Entwicklung unserer Wirtschaft mit einem reduzierten Flächenverbrauch funktionieren kann. In Herrieden wurden die Erweiterungspläne der Fa. Schüller nach ausgiebiger Diskussion und dank des Einsatzes von vielen Bürgerinnen und Bürgern um die Hälfte reduziert. Eine Reduzierung des Flächenverbrauchs durch eine kluge Planung kann uns bei allen Projekten gelingen.

Aufgabe der Politik ist es nicht, der Wirtschaft alle Wünsche von den Lippen abzulesen, sondern einen guten Ausgleich zu schaffen zwischen den Wünschen der Wirtschaft, Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und dem Erhalt von Landschaft und Natur.

Der Koalitionsvertrag von CSU und FW hat unsere grüne Forderung nach einer Halbierung des Flächenverbrauchs auf 5 ha zwar aufgenommen. Umgesetzt werden muss dies in den Kommunen. Ich hoffe sehr, dass hier bald ein Umdenkprozess einsetzt – denn einmal zugebaute Flächen sind für Generationen verloren.

► Antrag an den Kreistag zur Entwicklung des Flächenverbrauchs als pdf 

► Siehe dazu auch die Pressemitteilung des Landesamtes für Statistik vom November 2018: 12,0 Prozent der Fläche Bayerns dient Siedlungs- und Verkehrszwecken

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