16.09.2019

Die Wirklichkeit: Verlagerung des Verkehrs von der Schiene auf die Straße

Während das Klimakabinett die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene vorschlägt, wird beim geplanten Gewerbegebiet Dombühl der vorher geplante Gleisanschluss wieder aus dem B-Plan gestrichen und auf LKW-Verkehr gesetzt.
©Foto: Eigene Aufnahme

So sieht die traurige Wirklichkeit aus!

Im Jahr 2012 hat der Landkreis Ansbach die Herausnahme eines Gewerbebereichs aus dem Naturpark Frankenhöhe für die Gemeinde Dombühl genehmigt mit der Begründung, dass dort ein Bahnanschluss besteht und dies ihn von den allermeisten Gewerbestandorten unterscheidet. Der Beschluss ist nur gefallen, unter der Voraussetzung, dass Ansiedlungen erfolgen, diebetriebsbedingt dauerhaft auf einen direkten Gleisanschluss angewiesen sind. Dieser Passus wurde nun von der Gemeinde Dombühl gestrichen.

Am kommenden Freitag wird das Klimakabinett Maßnahmen beschließen, die eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene einleiten sollen. Derzeit werden nur gut 15 % der Güter auf der Schiene transportiert. Die Gewerbestandorte mit Bahnanschluss werden deshalb sehr wichtig sein, um die Klimaziele zu erreichen.

So sieht die traurige Wirklichkeit aus!

Ich kann in keiner Weise verstehen, wie die Gemeinde Dombühl zu diesem Zeitpunkt nun dieses Filetstück an einen Logistiker verscherbeln will, um schnelles Geld zu machen. Sieht man unsere Wälder in unserer Region an, so sprechen sie ein deutliches Zeichen: Weiter so geht nicht mehr! Der Erdüberhitzung muss endlich entschieden entgegengetreten werden. 

Da liest sich die Begründung für die Entscheidung pro Logistikbetrieb und gegen einen Bahnanschluss wie ein Eingeständnis, dass der Kampf gegen die Erdüberhitzung schon verloren ist, bevor er ernsthaft begonnen hat: Man habe lange nach einem Interessenten gesucht, heißt es. Nachdem die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen nunmal so sind wie sie sind, solle nun der Gleisanschluss aus dem B-Plan gestrichen werden und auf LKW gesetzt werden. I

Ich hoffe sehr, dass diese Begründung auch dem CSU Verkehrsminister zugeht, der mit seinen CSU-Vorgängern für die LKW Flut auf unseren Autobahnen und letztlich auf der A6 verantwortlich ist.

Die Ansiedlung eines reinen Logistikers ist auch aus Lärmschutz Gründen abzulehnen. Die hohen Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner durch den zu erwartenden LKW-Verkehr sind nicht hinnehmbar. Im Lärmschutzgutachten werden sehr zweifelhafte Annahmen getätigt. Ich hoffe sehr, dass hier eine andere Lösung gefunden wird. Gewerbestandorte ohne Bahnanschluss haben wir im Landkreis Ansbach genug – und auch solche, die eine weitaus geringere Belastung durch LKW-Lärm für die Bevölkerung verursachen würden. 

Ein Bahnanschluss hat Seltenheitswert. Das haben wir im Kreistag im Jahr 2012 erkannt und so entschieden. In Zukunft werden diese Standorte wichtig und wertvoll. Ein Verscherbeln wäre vollkommen falsch.

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