24.03.2021

Antrag: Bericht über die durch Löschschäume verursachten Altlasten an Flughäfen in Bayern (Kopie 1)

Die überwiegende Zahl der PFT-Altlasten betrifft zivile und militärische Flughäfen, an denen PFT-haltige Löschschäumen eingesetzt wurden. So auch in Katterbach. Eine weitere Umweltkontamination muss schnell verhindert werden.
Biogasanlage
US-Kaserne in Katterbach mit Hubschrauberlandeplatz - Zutritt verboten ©Foto: eigene Aufnahme

Der Antrag ist unter der Federführung von MdL Christian Hierneis und MdL Rosi Steinberger entstanden, betrifft aber auch meinen Wahlkreis mit dem Hubschrauberlandeplatz der US-Armee in Katterbach.

Der Landtag wolle beschließen:

Die Staatsregierung wird aufgefordert, dem Landtag über Altlasten an Flughäfen zu berichten, die durch den Einsatz von mit polyfluorierten Tensiden (PFT, speziell mit Perfluoroctansäure – PFOS) belasteten Löschschäumen entstanden sind.

Dabei ist insbesondere auf folgende Fragestellungen einzugehen:

  • Wurden inzwischen alle Flughäfen (vom Luftamt genehmigte aktuelle und ehemalige Flugplätze, militärisch durch Bundeswehr und alliierte Streitkräfte aktuell und ehemalig genutzte Flugplätze) in Bayern ermittelt, an denen Löschübungen mit PFT-haltigen Löschmitteln stattgefunden haben?
  • Wenn nein, welche Flughäfen fehlen noch oder wurden aus welchen Gründen nicht untersucht?
  • An welchen Flughäfen werden aufgrund historischer Erkundungen PFT-Altlasten vermutet?
  • An welchen Flughäfen wurden PFT-Altlasten durch Boden- oder Wasserproben ermittelt?
  • An welchen Flughäfen werden Untersuchungen zum flächenmäßigen Umfang der Kontamination durchgeführt
  • Welche PFOS-Höchstwerte wurden an den untersuchten Flughäfen im Grundwasser ermittelt?
  • An welchen Flughäfen wurden Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Kontamination des Grundwassers zu verhindern (bitte die jeweiligen Maßnahmen angeben)?
  • An welchen Flughäfen sollen in diesem Jahr noch Maßnahmen ergriffen werden, um eine weitere Kontamination des Grundwassers zu verhindern (bitte die jeweiligen Maßnahmen angeben)?
  • Welche PFOS-Höchstwerte wurden an Oberflächengewässern ermittelt, die im Einflussbereich von PFT-Altlasten an Flughäfen liegen (bitte für jeden Flughafen die Höchstwerte in Gewässer oder in den Fischen angeben)?
  • An welchen Flughäfen wurden bereits Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Kontamination der Oberflächengewässer zu verhindern (bitte die jeweiligen Maßnahmen angeben)?
  • An welchen Flughäfen sollen in diesem Jahr noch Maßnahmen ergriffen werden, um eine weitere Kontamination der Oberflächengewässer zu verhindern (bitte die jeweiligen Maßnahmen angeben)?
  • An welchen Flughäfen ist die PFT-Altlastensanierung abgeschlossen?
  • Wie kann die Information der Bevölkerung über die Belastungen und Gefährdungen verbessert werden, die von PFT-Altlasten ausgehen?
  • Wie können die Sanierungsmaßnahmen beschleunigt werden, um weitere Kontaminationen zu vermeiden?
Begründung:

Bis zum Jahr 2006 waren Löschschäume zur Brandbekämpfung verbreitet, denen PFOS zugesetzt wurde. Dieser Stoff ist schwer abbaubar, reichert sich in der Umwelt an, zeigt fortpflanzungsgefährdende Wirkungen und ist möglicherweise krebserregend. Deshalb wurden inzwischen sehr niedrige gesundheitliche Leitwerte für die Aufnahme über die Nahrung und das Wasser eingeführt.

Die überwiegende Zahl der PFT-Altlasten betrifft zivile und militärische Flughäfen, an denen regelmäßig Löschübungen mit PFT-haltigen Löschschäumen durchgeführt wurden. Um einer weiteren Umweltkontamination vorzubeugen, sind diese Verdachtsflächen schnell abzuklären und entsprechend, falls nötig, zu sanieren. Die derzeitigen Sanierungsbemühungen stoßen aufgrund ihrer langen Verfahrensdauer vielfach auf Unverständnis.

Unzureichend erscheint derzeit auch die Information der Bevölkerung über die jeweiligen PFT-Altlasten und die Konsequenzen für Anlieger. So wurde z. B. an der Friedberger Ach, deren Kontamination auf die PFOS-Belastung des Penzinger Flughafens zurückgeführt wird, die Bevölkerung erst Jahre nach der Ermittlung der Belastung der Fi- sche über die Konsequenzen informiert, z. T. zu unterschiedlichen Zeiträumen je nach zuständigem Landratsamt am gleichen Gewässer. Unklar ist weiterhin die sonstige Nutzung der belasteten Friedberger Ach für Bewässerungs-, Tränkungs- oder Badezwecke.

→ Den Antrag können Sie hier als pdf laden

→ Den Verlauf in den Gremien können Sie hier verfolgen - Antragsnummer 18/14782

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