19.09.2017

Weitere Verschlechterung unseres Wassers - Staatsregierung muss endlich tätig werden

Der Schutz unseres Grundwassers in Mittelfranken hat einen sehr hohen Stellenwert. Wie es unter der Oberfläche aussieht, haben wir über eine Anfrage aufgedeckt: die Anzahl der Trinkwasserbrunnen, welche die Grenzwerte gemäß Wasserrahmenrichtlinie von 25 mg/l und 40mg/l überschreiten, steigt stetig! Wir müssen unser Wasser besser schützen!
©foto: Baudolino; pixabay.com

Ergebnis der Anfrage ist eine steigenden Anzahl von Brunnen, deren Nitratwerte die Schutzwerte gemäß Wasserrahmenrichtlinie von 25 mg/l und 40mg/l übersteigen.  Es ist nötig alle Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Verschlechterung beim Nitratgehalt und Pestizidrückständen im Grundwasser zu vermeiden. Das Ziel des flächendeckenden Grundwasserschutz muss endlich gelten.

Nitrat

Bei 51 Wasserversorgungsanlagen über 5.000 m3 Wasserentnahme pro Jahr wurden Nitratwerte über 25 mg/l festgestellt,  bei 65 Brunnen gibt es Messwerte Werte über 40 mg/l. Bei den letzten Erhebungen im Jahr 2013 waren bei 54 Brunnen die Werte von 25 mg/l überschritten. Bei 58 die Werte von 40 mg/l. Somit gibt es eine deutliche Verschlechterung: mehr als 10% der Wasserversorgungsanlagen weisen einen Wert über 40 mg/l Nitrat auf!

Pestizide

Im Bereich der Verunreinigungen mit Pestiziden ist besonders die Entwicklung einzelner Brunnen bedenklich, wie z.B. beim Brunnen „Kueberg-Quelle in Tuchenbach“ bei Herzogenaurach. Dort wurde der Wirkstoff Bentazon mit 0,71 µg/l festgestellt, der Grenzwert liegt bei 0,1 µg/l. Das ist eine Überschreitung des Grenzwertes um 700%. Obwohl die Schädlichkeit von Bentazon schon lange bekannt ist, wird die Zulassung als Herbizid für Mais erst am  bis 31.1.2018 entzogen. Nach Atrazin und Desethylatrazin liegt Bentazon auf Platz dre der nachgewiesenen Pestizide im Grundwasser.

Unsere GRÜNE Landtagsfraktion hat bereits im Jahr 2010 ein Verbot gefordert (siehe Antrag). Die damalige Ablehnung der CSU Fraktion rächt sich heute. "Jetzt haben wir es in unserem Grundwasser! Soweit hätte es nicht kommen müssen. Vorsorge vor Nachsorge muss gelten.

Die Beurteilung der Staatsregierung zur Entwicklung der Belastungen im Grundwasser hinsichtlich Nitrat und Ackergiften kommt einer Bankrotterklärung gleich. Die CSU Staatsregierung stellt lapidar fest: "Seit 2014 gibt es keine Verbesserung bzw. Verschlechterung der Situation. Das ist uns viel zu wenig. Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Dies gilt es zu schützen mit klaren Maßnahmen zur Reduktion des Pestizid- und Gülleeinsatzes. Die Ausweitung von Wasserschutzgebieten gehört genauso dazu wie der Anbau von Zwischenfrüchten und die starke Steigerung der Biobetriebe.

Dateien:

Antrag Herbizideinsatz im Maisanbau

Schriftliche Anfrage zur Situation des Grundwassers in Mittelfranken

Links:

Wasserrahmenrichtlinie (WRRL):
https://www.lfu.bayern.de/wasser/wrrl/index.htm

Maßnahmenprogramme 2010 bis 2015:
https://www.lfu.bayern.de/wasser/wrrl/massnahmenprogramme_1015/index.htm

Bewirtschaftung 2016 bis 2020:
https://www.lfu.bayern.de/wasser/wrrl/bewirtschaftungsplaene_1621/index.htm

Wirkstoffmengen:
http://papa.julius-kuehn.de/index.php?menuid=33

Weiterführende Links:
https://www.pflanzenschutz-information.de/Apps/WebObjects/PSInfo.woa/wo/BiamwWOkXtjeeRF07DBZB0/0.15.40.5.9.1.1.0.3.5.1


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