21.11.2017

Energiekongress Aschaffenburg

Der Energiekongress Aschaffenburg war eine gelungene Veranstaltung. Über 60 Besucherinnen und Besucher hörten neben meinem Beitrag interessante Vorträge von Franz Josef Fell, Manuela Rottmann, Hartmut Kahl, Dieter Gerlach, Marc Gasper und KarlHeinz Paulus.
Energiekongress Aschaffenburg; ©Foto: eigene Aufnahme
Manuela Rottmann; ©Foto: eigene Aufnahme
Hans-Josef Fell; ©Foto: eigene Aufnahme

Hans-Josef Fell machte klar, dass wir für die negativen CO2-Emissionen Maßnahmen brauchen, die zur Abkühlung beitragen. Das Ziel ist es zurückzukommen zu 330 ppm CO2 in der Atmosphäre. Heute haben wir 400 ppm. Biomassekraftwerke, deren Abgase erfasst und gespeichert werden sind eine Möglichkeit. Die Herstellung von sogenannter Biokohle eine andere (siehe auch Energietour 2017).

Hans-Josef Fell machte deutlich, dass andere Länder schon viel weiter sind. China hat z.B. dieses Jahr 220.000 elektrische Busse auf die Straßen gebracht, deren Batterien gleichzeitig als Speicher und Ausgleich schwankender Erzeugung genutzt werden. Mehr Infos über Hans-Josef Fell 

Herr Kahl von der Stiftung Umweltenergierecht aus Würzburg beleuchtete als Jurist die rechtliche Entwicklung. Nach seiner Einschätzung muss zur Forderung der Erhöhung der Ausbauzahlen bei Sonne und Wind auch die Forderung an die Länder gehen, dass sie hierfür durch geeignete Rahmenbedingungen auch die Fläche zur Verfügung stellen. Die 10H-Regelung in Bayern ist das perfekte Gegenbeispiel. Er stellte die Frage, was wir als Gesellschaft mit dem EEG erreichen wollen. Nur die Produktion von möglichst billigem, grünem Strom? Oder sollte das EEG auch dafür sorgen, dass die Anlagen gleichmäßig verteilt sind, dass sie zur Netzstabilität beitragen, dass sie die Wertschöpfung vor Ort erhöhen und dezentrale Energieerzeugung fördern, dass sie Bürgergenossenschaften gegenüber Konzernen unterstützen usw. Mehr Infos über die Stiftung

Manuela Rottmann ist seit einem Monat Mitglied des Bundestages und hielt einen Vortrag zur Rolle der Kommunen bei der Energiewende. Sie machte klar, dass ein Blindflug nichts bringt. Jede Kommune muss erst mal wissen, wo sie steht und wo ihre Potenziale liegen. Überaus wichtig ist auch die Kontrolle, ob Ziele erreicht wurden und die entsprechende Gegensteuerung je nach Ergebnis. Innerhalb der Verwaltung ist entsprechendes Fachwissen nötig – dies gilt es auszubauen und zu pflegen, soweit vorhanden. Mehr Infos über Manuela Rottman 

Dieter Gerlach ist Leiter der Aschaffenburger Stadtwerke . Er berichtete, dass in der Stadt nur 1/5 des Stroms und 1/5 der Wärme von den Privathaushalten verbraucht wird. Der große Rest wird von Industrie, Gewerbe und Infrastruktur benötigt. Hier muss auch angesetzt werden. Gemeinsam mit  Marc Gasper von der Energieagentur Untermain und KarlHeinz Paulus von der Energiegenossenschaft Untermain beklagte er die äußerst schwierige Umsetzung von Energieprojekten in der Praxis. Nach Einführung von 10H sind sehr viele Projekte sofort gestorben. Aber auch Projekte im Wärmebereich sind sehr schwer umsetzbar, da viele von Klimaschutz reden, aber nicht gewillt sind abseits der Sonntagsreden auch tätig zu werden. Stolz ist Herr Gerlach auf sein entwickeltes Solarflächenkataster, welches andere Energieagenturen auch schon übernommen haben. Auch das kommunale Energieeffizienz-Netzwerk arbeitet gut. Herr Paulus, der seine Kollegin Frau Römmelt-Fella entschuldigte, stellte die Schwierigkeiten dar, da viele pensionierte Ingenieure ihre freie Zeit in den Kampf gegen Windmühlen und andere EE-Projekte stecken.

Mein eigener Vortrag handelte von der Erreichung der Klimaziele. Hier müssen wir im Bereich der Stromerzeugung endlich wieder loslegen und im Bereich des Verbrauchs einsparen. In der Region Aschaffenburg hat im Zeitraum 1930 – 2015 die Menge der Sommerniederschläge um 13 % abgenommen! Die Alarmglocken schrillen laut! Raus aus der Kohle – der Einstieg in saubere Technologien ist überfällig.

Die Dokumentation zum Kongress finden Sie hier


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